50 Limosinen und ein Elvis

Unsere Reiseroute geht auch an Las Vegas vorbei. Obwohl wir nicht so heiß auf Städte sind, können und wollen wir uns einen kurzen Abstecher nach Las Vegas nicht entgehen lassen. Wir buchen ein Zimmer in einem Hotel der Kategorie „familiär“ – in Las Vegas sind Hotels bis zu 1000 Zimmern „familiär.“ Dies ist die einfachste Variante in der Nähe des Las Vegas Bouleuvards, des sogenannten „Strips“, übernachten zu können. Las Vegas hat 2 Millionen Einwohner, fürs wild Campen kennen wir uns in dieser Stadt dann doch zu wenig aus und auch nicht in allen Ecken trifft man Leute, die man im Dunkeln gerne treffen möchte. Im Hotelzimmer im 16. Stock angekommen, nehmen wir eine dringend nötige Dusche und stürzen uns danach ins Getummel des 3km langen Las Vegas Boulevards.
Es sind unglaublich viele Menschen unterwegs und auch viele Bettler sitzen an den Bürgersteigrändern. Teilweise überbieten sie sich mit den Witzen auf ihren Schildern. Ein Beispiel: „Family kidnapped by Ninjas. Need money for karate lessons“. Wir laufen vor den Hotelkomplexen und Leuchtreklamen am Bürgersteig entlang und bestaunen den ganzen Wahnsinn. Über die Querstraßen kommt man oft nur über Fußgängerbrücken. Diese scheinen von den Hotels finanziert worden zu sein. Sie sind oft so angeordnet, dass es einfacher ist, in die Shopping Mall oder das Casino eines Hotelkomplexes zu stolpern als den Abstieg zurück zum Gehweg zu finden. Auf den Gehwegen laufen unglaubliche viele Frauen sehr leicht bekleidet herum, sehen dabei aber in den meisten Fällen nicht vorteilhaft aus. Es liegt bestimmt an den sehr hohen Außentemperaturen. Selbst in den Abendstunden sind es  noch über 30°C. Wir lassen uns vom bunten Getummel treiben und treffen Spongebob auf dem Weg in den Feierabend (s. Foto). Außerdem sehen wir einen Elvis und zählen 50 Strech-Limousinen. Aber leider keine Braut. Komisch, denn in Las Vegas kann man doch einfach mal spontan heiraten. Bis zum „Welcome to fabulous Las Vegas Schild“ kommen wir leider nicht. Es ist dann doch ziemlich weit außerhalb, deshalb entscheiden wir uns, mit dem Auto am nächsten Morgen dorthin zu fahren. Außerdem treibt uns der Hunger in die Stadt zurück. Wir haben uns schon die ganze Reise auf einen Besuch in einem amerikanischen Fast-Food-Restaurant gefreut. Nach einigem Hin- und Her, weil wir bei der Großen Auswahl den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, entscheiden wir uns ausgerechnet für den Burgerladen, der kein Beef (Rinderhack) mehr hat, weil die Schiffslieferung irgendwo auf dem Atlantik verschollen ist. Also essen wir einen Chickenburger, der unfassbar lecker schmeckt. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir in unserem ganzen Leben noch nie so einen guten Chickenburger gegessen haben. Wir wissen nicht, ob es am Burger oder am Hunger liegt.
Nach dem Essen versucht Flo, in einem der zahlreichen Casinos mit 30 Dollar zu pokern, wird aber nach nur 2 gespielten Händen abgefertigt und ist wieder raus. Kurzer Überblick für Leute, die sich auskennen: 1. Hand: K-6 im Big Blind, Communitykarten: K-6-3; 9; 4 gegen K-9 verloren und 2. Hand: A-K  gegen Q-J und 10-J mit 3-5-8-9-J verloren.
Wieder draußen auf der Straße haben wir unglaublichen Durst und steuern das nächste Fastfood-Restaurant an. Simona bestellt eine Limonade und ist fest davon überzeugt, dass sie in ihrem ganzen Leben noch nie so eine gute Limonade getrunken hat. Wir wissen nicht, ob es an der Limonade oder am Durst liegt. Flo’s Bier ist so lala, er hat schon bessere getrunken. Auf verschiedenen Schildern und Leuchtreklamen wird nach Anbruch der Dunkelheit mit verschiedenen Möglichkeiten versucht, auf „Girls, Girls, Girls“ aufmerksam zu machen. Und dabei ist doch die Prostitution in Nevada , verboten. Nachdem wir gegen halb eins eine halbe Stunde mit ungefähr 800 anderen Menschen vor dem „Bellagio“, eines der größten und nobelsten Hotels der Stadt gewartet haben, um uns das berühmte Wasserballett anzuschauen, stellen wir fest, dass die letzte Vorstellung um 0 Uhr zu Ende war. Die Stadt, die niemals schläft, schläft also doch irgendwann. Also begeben wir uns todmüde in unser Kingsize Bett im 16. Stock.
Am nächsten Morgen entdecken wir beim Verlassen des Hotels den größten Schrei: Las Vegas ist so zubetoniert, dass das Hotel zum Gassigehen mit dem Hund einen kleinen künstlichen Garten von etwa 3 qm angelegt hat. Praktisch, dann muss man nicht weit laufen. Dumm nur, wenn die Hunde dann nicht wollen. In so einem Fall steht man ziemlich lange auf Kunstrasen und starrt Betonwände an.

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