Die Pazifikküste

Die letzten fünf Tage unserer Reise möchten wir an der Pazifikküste verbringen Vom Joshua Tree Nationalpark fahren wir zunächst nach Santa Barbara und sehen zum ersten Mal seit San Fransisco wieder das Meer. Hier ist  es im Gegensatz zu den letzten Tagen auch angenehm kühl mit ca. 25 Grad und Sonnenschein. Der Pazifik ist jedoch mit ca. 14 Grad bitterkalt, sodass man es schon nur mit den Füßen nicht länger als zwei Minuten darin aushält. In Santa Barbara finden wir einen tollen Platz zum Kochen und Schlafen auf einem Hügel hoch über dem Pazifik mit einer traumhaften Aussicht auf Stadt und Meer. Viele vorbeikommenden Amerikaner beneiden uns um unseren Stellplatz und fangen ein Schwätzchen mit uns an. Auch hier wird – wie in den letzten Wochen auch – unser Commander Bill immer wieder bewundert und von allen Seiten gemustert. Oft hören wir den Satz „oh, how nice. We also thought to get a Jucy“. Wir können uns diese Leute nur sehr schwer in einem Jucy Camper vorstellen, da schon deren normales Auto doppelt so groß sind . Ob sie wissen, dass Commander Bill keine Eiswürfelmaschine hat? Denn die ist für einen Amerikaner bei über 5 Grad Celsius definitiv überlebensnotwendig. Vielleicht suchen sie auch nur einen Grund, mit uns in ein nettes Gespräch zu kommen.
Im Juni gibt es an der Küste den so genannten „June Gloom“, das heißt, es ist bis zum Mittag nebelig, danach löst sich der Nebel auf und es wird sonnig. So nutzen wir die Vormittage vornehmlich mit ausschlafen, gemütlich frühstücken und chillen. Wir lassen uns entlang des Highway 1, eines der schönsten Küstenstraßen der Welt,  nach Norden treiben und  machen ab und an ein paar kleine Wanderungen. Ab und an tummeln sich Robben, Seeelefanten und Seelöwen am Strand. Besonders oft sehen wir entlang der Straße Schilder mit der Aufschrift „Road work ahead – expect delays“. Auffällig ist, dass diese Schilder schon aufgestellt werden, sobald 200 Meter von der Straße entfernt ein Hütchen aufgestellt wird und – wenn es dann wirklich einmal eine Baustelle gibt – eigentlich nie jemand dort arbeitet. So erübrigen sich die „delays“ zum Glück auch ganz schnell wieder. Überall sehen wir junge Squirrels, die wahrscheinlich in diesem Frühling geboren sind. Sie sind total neugierig, kommen auf einen zu oder laufen einem hinterher. In Monterey, der „Schmetterlingsstadt“, möchten wir uns noch den Park anschauen, in dem auf jedem Baum hunderte von bunten Schmetterlingen sitzen sollen. Wir fahren dorthin und wundern uns schon, dass außer uns niemand sonst dort ist. Auf dem Weg durch den Park sehen wir keinen einzigen Schmetterling. Komisch. Ob wir wohl falsch sind? Die Infotafel erklärt uns schließlich das Problem: Die Schmetterlinge halten sich nur im Winter in Monterey auf und fliegen im Sommer in andere Regionen. Aha.
Der Küstenabschnitt endet, wo wir mit unserer Reise begonnen haben: In San Fransisco. Und diesmal tut uns das Wetter tatsächlich den gefallen und überrascht uns mit Sonnenschein und blauem Himmel an der Golden Gate Bridge. Wir fahren in die Marine Headlands und kochen und essen Tortellini mit Blick auf die Brücke im Sonnenuntergang. Dafür würde man bei Jochen Schweizer (einem Typ, der tolle Erlebnisse für andere plant) viel Geld zahlen. Die Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz in der Nähe der Jucy-Rückgabestation, denn am nächsten Tag geht unser Flieger Richtung Heimat.

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