Auch in Europa gibt es schöne Ecken, haben wir uns gedacht, und machen uns Anfang Mai auf eine 3-wöchige Reise mit dem Wohnmobil von Aachen über Österreich und Slowenien bis nach Kroatien. Wir weit wir kommen und wo wir landen, wissen wir noch nicht.
Unsere erste Etappe führt uns bis Langerwehe (25km östlich von Aachen), wo wir feststellen, dass wir einige Dinge vergessen haben: unter anderem unsere traditionellen australischen und sehr fotogenen Sonnenhüte und Simonas Arztausweis, mit dem man sich so manches Dopingmittel bei großen oder kleinen Wehwehchen ziemlich einfach beschaffen kann. Also drehen wir um, fahren nach Aachen zurück und packen die vergessenen Dinge ein. Dann wagen wir einen zweiten Start und schaffen es ohne umzudrehen zu Simonas Eltern nach Neuwied. Hier stärken wir uns mit einem leckeren Spargelessen (für mich gibt es Möhren, ich mag keinen Spargel) und bleiben eine Nacht. Am nächsten Morgen geht es nach einem gemütlichen Frühstück weiter Richtung Süden. Wie weit wir kommen, wissen wir noch nicht. Gegen halb sieben schwindet die Motivation, noch viel weiter zu fahren und der Hunger steigt. Glücklicherweise ist der Chiemsee in der Nähe, sodass wir uns dort ein Plätzchen auf einem Parkplatz am Ufer suchen. Kaum zu glauben, aber wir werden trotz Pfingstwochenende fündig. Wir fühlen uns wie Könige in unserem luxuriösen Reisemobil. Man kann stehen und sogar 5 Schritte laufen! Netterweise haben Flos Eltern uns ihr geliebtes und mit viel Liebe ausgestattetes Wohnmobil „Hugo“ für eine 3-wöchige Reise Richtung Kroatien geliehen. Wir fühlen uns vom ersten Moment an sehr wohl in unserem neuen zu Hause. Nachdem wir das traditionelle Urlaubsanfangsessen (Spaghetti mit rotem Pesto und Parmesan aus der Tüte) verspeist haben, fallen wir todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen gibt es ein sonniges Frühstück am Seeufer, bevor wir uns auf unsere zweite Etappe durch Österreich und Slowenien begeben. Wir kommen nach 1100km ohne Stau (!) an der slowenisch-kroatischen Grenze an. Der Polizeibeamte an der Grenze tut sich sehr schwer damit, uns zu glauben, dass wir keine Drogen dabei haben. Vielleicht hat es damit zu tun, dass Simona halbschlafend und barfuß im Scheidersitz auf dem Beifahrersitz sitzt. Flo bekommt schon ganz schwitzige Hände, als der Beamte anfängt, unser Auto zu durchsuchen. Simona bleibt ganz entspannt. Da haben wir doch schon ganz andere Grenzübergänge hinter uns – und außer 5kg Schokolade keine Drogen an Bord. Letztendlich muss sich der Beamte damit zufrieden geben, dass er nichts findet. Wir haben es uns auch nach 10 Minuten Fragerei und der Belehrung, dass wir für Gras immerhin nicht ins Gefängnis müssen, immernoch nicht anders überlegt haben, dass wir keine Drogen dabei haben. Wir werden über die Grenze gelassen.
Wir steuern die Insel Krk an und finden ein ruhiges Plätzchen in einem kleinen Yachthafen mit wunderbarer Badestelle. Außer uns und gefühlt zehntausend Mücken ist niemand hier. Das kleine Bistro hat aufgrund der Nebensaison noch geschlossen und eine Parkgebühr ist auch erst ab 1.6. zu entrichten. Also genau das Richtige für uns. Es gibt sogar eine kleine Rasenfläche unter Bäumen, wo wir unsere Terasse einrichten. Und zum Glück haben wir noch die Reste „Peaceful Sleep“ aus Afrika dabei, so ist das Mückenproblem auch sehr schnell erledigt.
Morgens werden wir vom Vogelgezwitscher geweckt. Leider ist ab 7 Uhr auch der große gelbe Betonklopfvogel auf der nahe gelegenen Baustelle mit am Start, sodass wir das Ausschlafvorhaben nicht umsetzen können. Wir besorgen uns zuerst kroatisches Geld (sieht aus wie ausrangierte und umgefärbte D-Mark) und kaufen etwas ein. Dann fahren wir ans andere Ende der Insel. Dort finden eine schöne Badestelle in einer relativ einsamen Bucht (3 andere Personen sind auch da, das ärgert uns ein bisschen). Am Abend kehren wir in den Norden der Insel zurück und übernachten an einem Meeresarm abseits jeglicher Zivilisation.
Da wir die Insel Krk etwas karg finden, fahren wir am nächsten Tag wieder ans Festland und an der Küste entlang ein ganzes Stück nach Süden. In der Nähe des Krka Nationalparks suchen wir uns einen kleinen Campingplatz. Am nächsten Tag fahren wir schon früh zum Park – in der Hoffnung, dass so früh noch nicht so viele Leute unterwegs sind. Hier gibt es wunderschöne Wasserfälle und kristallklare Seen, der Park ist uns jedoch viel zu touristisch. Die kleine Wanderung am Fluss entlang zu den Wasserfällen und wieder zurück ist der schönste Teil unseres Besuchs, da die meisten Touris das Boot nehmen anstatt zu laufen. So sind wir zumindest für diesen Teil des Tages allein. Zum Übernachen fahren wir an den Hafen der Bucht von Vinisce. Hier kann man gut frei stehen. Wild campen kann man es nicht nennen, denn auch diese Bucht ist – wie viele Teile Kroatiens – ziemlich bevölkert und zugebaut. Ab und an hat ein Architekt sein Unwesen getrieben und einen Betonbunker in die Landschaft gesetzt, um möglichst viele Hotelgäste auf möglichst kleinem Raum zu beherbergen. Zudem gibt es einfach überall eine Baustelle. Neben unserem Auto zum Beispiel versuchen gerade zwei Männer, ein altes Schiff auseinanderzusägen und zu -flexen. Trotzdem schlafen wir tief und fest. In den nächsten Tagen werden wir weiter Richtung Süden fahren, um unser südlichstes Ziel zu erreichen: Dubrovnik, die „Perle der Adria“.







Hallo Finchen, trotz Urlaub warst du aber wieder ganz schön fleißig. Wir freuen uns, dass wir wieder teilhaben dürfen an euren Abenteuern. Wunderschöne Landschaften, glasklares Wasser und Traumwetter, super. Wir kämpfen hier immer noch mit heftigen Gewittern rum. Euch allen noch weiterhin wunderschöne Tage und liebe Grüße von Rhein.
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