Wandern im Biokovo Gebirge

Unser erster Stopp in Richtung Norden ist Marakaska. Der Ort ist wunderschön an den Hängen des Biokovogebirge gelegen, aber leider auch ziemlich zugebaut. Wir finden trotzdem einen wunderschönen Stellplatz ca. 300m über dem Meer an einem Picknickplatz. Von hier aus sind es nur noch ca. 3km zum Eingang des Biokovo Nationalparks, wo wir morgen Früh unsere Wanderung zum Sveti Jure (1782m) starten möchten. Wir hatten eigentlich den Plan, noch bis zum Startpunkt der Wanderung auf 1300m Höhe zu fahren und dort zu übernachten, damit wir möglichst früh starten können. Aber der nette Nationalparkmitarbeiter am Eingang des Nationalparks erklärt uns, dass sich der Startpunkt bereits im Nationalpark befindet und übernachten dort verboten ist. Daran halten wir uns auch. Der alternative Stellplatz ist wunderschön mit phantastischer Aussicht. Wir kochen gemütlich und genießen den Sonnenuntergang und den Sternenhimmel. Simona klappt wie ein Taschenmesser mit dem TüV-geprüften Campingstuhl zusammen. Zum Glück verletzt sie sich dabei nicht, denn Flo möchte seine chirurgische Begabung nicht unbedingt ausprobieren. Beim Gedanken daran wird ihm schon ganz flau.

Am nächsten Morgen stehen wir um 7 Uhr auf und fahren hoch zu unserem Startpunkt. Der Herr am Eingang des Nationalparks (diesmal ein anderer als gestern) möchte uns nicht reinlassen mit der Begründung, die Straße auf den Berg sei für Wohnmobile verboten, weil zu eng. Wir könnten alternativ den Bus nehmen (netter Versuch, der Bus ist noch breiter, höher und länger als Hugo) oder mit unseren Fahrrädern hochfahren (wir fragen uns, ob er selbst schonmal 1500m mit dem Fahrrad hochgefahren ist). Der Kollege gestern Abend habe gar nichts davon gesagt, dass man mit dem Wohnmobil nicht hochfahren dürfe, merkt Bonnie an. Clyde nickt beschwichtigend. Der Mitarbeiter des Nationalparks drückt nach ein bisschen Rumgedruckse beide Augen zu. Es sei ja Nebensaison, deshalb mache er eine Ausnahme. Wir werden reingelassen, inklusive Hugo, und fahren auf 1300m hoch. Um 8:30 Uhr sind wir bei unserem Startpunkt angekommen. Da es ein bisschen regnet, machen wir es uns im Auto gemütlich und genießen unser Frühstück. Gegen 10 Uhr kommt die Sonne raus, sodass wir losmarschieren können. Wir laufen zuerst 20 Minuten zu einem Aussichtspunkt und wieder zurück, bevor die eigentliche Wanderung auf den Sveti Jure (zweithöchster Berg Kroatiens) starten kann. Ok, wir haben bei der Besteigung ein bisschen gefuscht, indem wir auf 1300m hochgefahren sind, aber es ist auch ziemlich warm. Und man könnte auch komplett bis nach oben fahren, aber das machen wir natürlich nicht. Zum Glück wechseln sich Sonne und Wolken ab, sodass es nicht zu warm wird. Die letzten 200 Höhenmeter ist der Weg so steil, dass man sich an einem Seil hochziehen muss. Nach ca. 3 Stunden Gehzeit sind wir am Gipfel angekommen. Der befürchete Asiatenansturm bei einer bis auf den Gipfel führenden Fahrstraße bleibt zum Glück auf. Der Blick ins nächste Tal bietet ein tolles Naturschauspiel: Ein heftiges Gewitter tobt dort. Wohin es weitertobt, wissen wir noch nicht. Flo wird etwas panisch, weil weit und breit kein Ort zum Unterstellen oder Blitz an uns vorbeileiten zu sehen ist. Simona ist völlig unbesorgt, da sich das Gewitter ja immerhin im nächsten Tal befindet und nicht bei uns. Und wenn man einfach in die Richtung guckt, wo wir hergekommen sind, ist der Himmel blau und die Sonne scheint. Flo überzeugt das alles nicht so ganz. Wir beschließen, die kürzere und weniger baumbewachsene Fahrstraße wieder hinunterzulaufen. Dies hat zudem den Vorteil, dass uns im Fall der Fälle eventuell ein vorbeifahrendes Auto wieder mit nach unten nehmen kann. Das wird aber nicht nötig, da das Gewitter an uns vorbeizieht. Wieder am Startpunkt angekommen holen wir die fehlende Gipfelpause (in der Sonne!) nach und beschließen dann, zum Stellplatz von gestern zurückzukehren. Morgen möchten wir ein ganzes Stück weiter nach Norden und ins Inland fahren – zu den Plitvicer Seen. 

2 Gedanken zu “Wandern im Biokovo Gebirge

  1. Das war ja eine sehr spannende Etappe mit wunderschönen Ausblicken und sehr schönen Aufnahmen. Lustigstes Foto: Finchen auf dem Kopf! Genießt die verbleibenden Urlaubstage und viele Grüße!

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  2. Hallo , ihr Lieben

    welch edles Geschirr auf dem Frühstückstisch …………den Ausblicken angemessen !!!!!!!!!!!!!!!!!

    Weiterhin ganz viel Freude und tausende schöner Augenblicke

    Herzliche Grüße Walli

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