Zum Ende unserer Reise beschließen wir, noch ein paar Tage an einem Ort zu bleiben. Wir suchen uns die Inseln Cres & Losinj aus (2 Inseln, durch eine 11m lange Brücke verbunden), die kaum bewohnt, sehr naturbelassen und sehr untouristisch sind. Also genau das Richtige für ein paar Tage Urlaub vom rumreisen. Wir begeben uns in Brestovac (Istrien) auf die Fähre und erreichen 20 Minuten später die Nordspitze von Cres. Hier ist es tatsächlich herrlich unverbaut, es gibt zumindest auf Cres kaum ein Haus. Wir fahren auf Empfehlung von Martin und Simone zum Campingplatz „Bijar“ bei Osor. Es handelt sich um ein sehr kleines, naturbelassenes Camp ohne viel Schnickschnack. Hier ist es wunderbar ruhig und es gibt viel Schatten unter alten Pinienbäumen. Dank der Nebensaison sind kaum andere Gäste da, so haben wir bei der Stellplatzsuche freie Auswahl. Wir gönnen uns den „Superiorplatz“ für 18,50 € pro Nacht direkt am Meer. Wir haben das Gefühl, wir sind ganz alleine hier. Eine klitzekleine Baustelle gibt es dann aber doch. Diese wird aber zum Glück sonntags gar nicht und an den anderen Tagen nur sehr spärlich bedient.
Weil es uns hier so gut gefällt, beschließen wir, 4 Nächte hier zu bleiben. Den ersten Tag verbringen wir mit Faulenzen, Buch lesen, Schnorcheln und einfach diesen wundervollen Ort genießen.
Den nächsten Tag möchten wir nutzen, um eine Mission zu erfüllen, die wir verfolgen, seit wir
in Kroatien sind: Wie findet man hier ohne zu Hilfenahme von Segelboot oder Helikopter einen einsamen Strand? Bei der zugebauten Küste bisher gar nicht mal so einfach. Eine wichtige Voraussetzung ist unter anderem, dass man in der Nebensaison unterwegs ist und dass sich im Gebiet um den gesuchten Strand nicht zu viele andere Menschen aufhalten. Wir haben gerade Anfang Juni (noch gerade Nebensaison) und sind auf der Insel Cres, wo es nur eine Hand voll Campingplätze und Hotels gibt. So sind Punkt eins und zwei schonmal erfüllt. Die wahrscheinlich wichtigste Voraussetzung für einen einsamen Strand ist, dass man ihn schlecht erreichen kann. Denn wenn es nicht maximal 200m weiter einen Parkplatz gibt, sind schonmal 80% der Touristen aussortiert. Wir finden im Internet den Strand „Sveti Ivan“ auf der Insel Cres, der nur über einen steilen, gerölligen Pfad in 400 Höhenmeter Ab- bzw. Aufstieg von dem verlassenen Örtchen Lubenije zu erreichen ist. Wenn das mal keine guten Voraussetzungen für einen einsamen Strand sind. Also ziehen wir los. Wir fahren mit dem Auto Richtung Lubenije. Eigentlich wollen wir bis nach Lubenije fahren, aber daraus wird leider nichts, denn ab einem gewissen Punkt ist die Straße für Wohnmobile gesperrt weil zu eng. Der Wegweiser zeigt 6km zu unserem Ziel – also Start der Wanderung – an. Gar kein Problem, wir haben ja unsere Fahrräder immer dabei und 6km sind ja ein Klacks. Denken wir. Also packen wir Badesachen und genug Trinkwasser ein und radeln los. Schnell merken wir, was der Haken an den 6km ist: Es geht ausschließlich, wirklich ausschließlich bergauf bei einer Steigung zwischen 8% und 12%. Bei 30 Grad im Schatten ist das gar nicht mal so unanstrengend. Flo fliegt mit seinen lousbergtrainierten Fahrradbeinen den Berg hoch, während Simona ganz schön am ächzen ist. Struppel und ich haben es uns im Rucksack bequem gemacht. Wir müssen nur aufpassen, dass uns keine der unzähligen flauschigen Raupen auf den Kopf fällt, die überall in den Bäumen hängen und diese kahl fressen. Die sollen nämlich fiesen Ausschlag verursachen. Nach ca. einer Stunde sind wir an unserem Zwischenziel Lubenije angekommen. Simona und Flo sind schon ziemlich platt, obwohl die Wanderung doch jetzt erst los geht. Lubenije besteht aus einer Kirche und einer Handvoll verlassenen Häusern und thront auf einem Felsen über dem Meer. Man hat fast den Eindruck, der Fels könnte jeden Moment abbrechen und in die Tiefe stürzen. Wir stürzen uns jetzt zu Fuß in die Tiefe und steigen 400 Höhenmeter in einem steilen Geröllpfad bergab zum Strand. Es handelt sich um einen langen und breiten wunderschönen Kieselstrand mit kristallblauem Wasser. Herrlich. Die Mühe hat sich gelohnt. Dass wir die 400 Höhenmeter wieder aufsteigen müssen, ignorieren wir erstmal und springen zur Abkühlung ins Wasser. Ein paar andere Leute sind außer uns dann doch noch da, da sich die Bucht natürlich auch mit dem Segelboot erreichen lässt. Nach zwei Stunden planschen, schnorcheln und im Schatten entspannen machen wir uns wieder auf den Weg nach oben und kommen eine Stunde später in Lubenije an. Als wir von Lubenije wieder mit dem Fahrrad zu unserem Auto fahren, merken wir, wie steil und lang der Berg tatsächlich war: Fast ohne zu bremsen rollen wir pausenlos 20 Minuten bergab, ehe wir wieder am Auto sind. Ganz schön anstrengend, so ein einsamer Strand!
Den nächsten Tag brauchen wir erstmal wieder zum Entspannen, um uns von den Strapazen des Vortages zu erholen. Wir gehen natürlich wieder schnorcheln – wie fast jeden Tag.
Nach einem entspannten Tag müssen wir uns am nächsten Tag leider wieder von den wunderschönen Inseln verabschieden und fahren mit der Fähre zurück zum Festland. Da wir am nächsten Tag das „Kap Kamenjak“ an der Südspitze Istriens erkunden wollen, suchen wir uns in der Nähe einen Schlafplatz. Wir werden in Sisan fündig. Hier gibt es einen wunderschönen ruhigen Stellplatz an einer Bucht 2km außerhalb des Ortes. Am nächsten Tag machen wir eine Fahrradtour rund um das wunderschöne Kap Kamenjak und gönnen uns zur Belohnung ein großes Eis. Nachmittags fahren wir noch 130km nach Norden, damit wir schon ein bisschen „Vorsprung“ für die anstehende Heimfahrt haben.
Wir erleben einen wunderschönen letzten Abend an einem besonders schönen (vielleicht dem schänsten?) „freien“ Plätzchen am Leuchtturm von Savudrija, direkt am Meer. Mit uns sind noch 3 andere Camper hier. Wir nehmen einen Sunset-Swim. Während wir den Sonnenuntergang mit Wein und Tortellini genießen, sehen wir in der Ferne Delfine durch das Wasser schwimmen. Ein wunderschöner Abschied von einer wunderschönen Kroatienreise.
Nach insgesamt knapp 4500 km und einer Zwischenübernachtung bei Ingolstadt kommen wir wieder wohlbehalten in Aachen an. Auch Hugo ist putzmunter und freut sich, seine Besitzer endlich wiederzusehen.






















Ich habe eure Reise wieder verfolgt und bin wieder begeistert von den tollen Fotos.
Schön, dass ihr es so schön angetroffen habt.
Und natürlich auch, dass ihr gut wieder zu Hause angekommen srid
Liebe Grüße
Charlotte
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All ihr Lieben
Peter und ich sind immer wieder total begeistert von euren wundervollen Reiseberichten .
Wäre es nicht an der Zeit , eure gesammelten Texte und Fotos in einem Buch herauszubringen ?
Mit Finchen als Hauptperson könnte es sogar ein Kinderbuch werden !?
Schön, dass ihr wieder in deutschen Landen seit…. gut erholt….
um nun mit großen Schritten zum nächsten Event im September zu marschieren !!!!!!!!!!!
Alles erdenklich Gute für euch ALLE
Herzliche Umarmung Walli und Peter
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