Auf dem Weg nach Esperance halten wir am Wave Rock. Dabei handelt es sich um eine ca. 100m lange, zu einer Welle geformten Gesteinsformation. Jetzt wissen wir, wo sich alle Asiaten aufhalten, wenn sie nicht an den Pinnacles sind! Deren Versuche, Simonas und Flos Surferposen auf dem Stein nachzumachen, scheitern zu unserer Belustigung daran, dass der Stein ziemlich glatt ist und man sich nur sehr schwer darauf halten kann. Nachdem wir uns das Kino unbeholfener Asiaten auf dem Wave Rock ein bisschen angeschaut haben, machen wir noch einen kleinen Spaziergang und eine Mittagspause in der Sonne und dann geht es weiter Richtung Esperance.
Auf der Strecke Perth-Esperance quer durch Weizen- und Rapsfelder sowie verwunschene kleine Wäldchen kommen uns fast noch weniger Menschen entgegen, als auf den 1400km durch das Outback zwischen Newman und Perth. Wir übernachten nochmal „im Busch“ bei Raventhorpe, 200km westlich von Esperance. Am nächsten Morgen fahren wir früh los. Da es um 6:30 Uhr in Raventhorpe nur 5 Grad sind, verzichten wir auf ein Früshtück in der Kälte und beschließen, in Esperance am „Great Ocean Drive“ auf einem Aussichtspunkt an der Küste zu frühstücken. Aufgrund des großen Hungers nehmen wir gleich den ersten am West Beach. Bei jetzt angenehmen 20 Grad gibt es auch noch ein kleines I-Tüpfelchen: zur wunderschönen Aussicht surft eine Gruppe von ca. 25 Delfinen durch die hohen Wellen, teilweise zuammen mit menschlichen Surfern. Während wir mit Blick auf die Delfine unser Müsli mit Obst essen, gesellt sich eine Frau mittleren Alters zu uns, die in Esperance lebt und jeden Morgen an diesem Strand Sport treibt. Wir unterhalten uns mit ihr und erzählen ihr, dass wir heute Nachmittag weiter in den 50km entfernten Cape le Grand Nationalpark fahren wollen. Sie fragt uns: „Has anyone told you about Lucky Bay?“. Als wir ihr erzählen, dass wir gestern auf dem sehr beliebten Nationalparkcampingplatz dort für zwei Nächte einen Platz reserviert haben, lächelt sie erleichtert. Als wir uns von ihr verabschieden, steigt sie extra nochmals aus ihrem Auto aus, um uns zu sagen, dass wir auf die Schlangen im Park aufpassen sollen. Diese erwachen im Frühling aus dem Winterschlaf und sind sehr hungrig. Insbesondere die Babyschlangen wissen noch nicht so richtig, wie man mit menschlichen Schritten in der Nähe umgeht. Wir hoffen, dass keine der Schlangen im Cape Le Grand Nationalpark so hungrig aus dem Winterschlaf erwacht, dass Simonawaden oder Flowaden auf dem Speiseplan stehen.
Nachdem wir uns ein bisschen durch die fantastischen Aussichtspunkte des Great Ocean Drive in Esperance haben treiben lassen, machen wir uns nachmittags auf den Weg in den Cape le Grand Nationalpark. Wir steuern den Parkplatz von Frenchman Peak an, die mit knapp 300m höchste Erhebung des Parks. Von dort aus klettern wir die 300 Höhenmeter hinauf, um den wundervollen Ausblick und unsere mitgebrachten Choco Chip Muffins zu genießen. Wären Flo und Simona nicht schon verheiratet, hätte Flo ihr jetzt einen Heiratsantrag gemacht, denn wie so oft in den letzten Wochen sind wie vier mit der herrlichen Aussicht alleine. Nachdem wir wieder abgestiegen sind, machen wir uns auf den Weg zum Lucky Bay Nationalpark Campground, der wunderschön am Meer gelegen ist. Der Sand ist so weiß und fein und das Meer so blau, dass die Lucky Bay zur schönsten Bucht Australiens gewählt wurde. Kann man nachvollziehen, es ist einfach schon fast unwirklich schön. Alle der ca. 50 Plätze haben Meerblick. Wie immer im Nationalpark gibt es keinen Strom, kein Handynetz, kein Trinkwasser. Aber tatsächlich eine solarbeheizte Dusche (je nach Wetter ist sie auch einigermaßen warm). Am nächsten Tag machen wir vormittags eine 10km lange Wanderung entlang der Küste zum „Lucky Bay Lookout“ und zur „Thistle Cove“ mit wunderschönen Ausblicken und bunten Wildblumen, die überall jetzt blühen. Nach der Wanderung haben wir uns eine Abkühlung verdient. Das Meer ist noch ziemlich kalt, Simona und Flo gehen trotzdem kurz im kristallklaren Wasser schwimmen. Struppel und ich bleiben lieber am Strand im Schatten und spielen ein bisschen mit meinen Artgenossen, die hier am Strand und auch auf dem Campingplatz regelmäßig rumhopsen. Sie sind sehr neugierig und aufgeweckt und überhaupt nicht scheu. Nach einem wunderschönen Tag liegen wir abends noch lange mit offener Heckklappe im Bett und schauen in die Sterne, denn hier ist die Milchstraße eine Milchautobahn.
Am nächsten Tag müssen wir uns am frühen Nachmittag leider wieder aus diesem Traumland verabschieden, denn einen Tag später geht um 22 Uhr unser Flieger nach Hause. Wir sind sehr wehmütig, als wir nach 26 wundervollen Tagen und 6926km unseren Camper abgeben. Australien ist auch für Flo und Simona schon ein bisschen wie ein zweites Zuhause. Wir werden wiederkommen. Bestimmt.
Am 27. September 2019 landen wir vier und unsere Hüte (dank einfallsreicher Verpackung 😉 ) wieder wohlbehalten am Flughafen Düsseldorf.

















Hallo Simona,
habe mich über jeden Bericht gefreut und die tollen Bilder bewundert.
Ein wirklicher Traumurlaub, der sicher unvergessen bleibt.
Liebe Grüße
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