Juni 2021, Berner Oberland.
Simona und Flo sind im Urlaub im Berner Oberland und beobachten mehrmals während ihrer Urlaubswoche ein ca. 70-jähriges Ehepaar, das mit dem Moped die Berge hoch und runter fährt. Flo fragt Simona, ob sie zusammen mit dem Moped die Alpen überqueren, wenn sie in Rente sind. Aber warum nicht schon diesen Sommer mit dem (E-)Bike statt mit dem Moped, schlägt Simona vor. Da auch in diesem Jahr coronabedingt keine Fernreisen möglich sind, haben wir in den letzten beiden Augustwochen Urlaub. Die Pläne werden konkreter und wir starten am Sonntag, den 15.8.2021 nach einer Zwischenübernachtung bei Simonas Eltern zum Abenteuer Alpenüberquerung. Um dem Ganzen noch eine Spur mehr Genuss und Urlaub zu verleihen, haben wir die Etappen nicht zu lang geplant, zwei E-Bikes reserviert und für jeden Abend ein Hotel oder eine Pension vorgebucht.
Sonntag, 15. August 2021:
Den Käsekuchen für die Rast im Gepäck starten wir Richtung Tegernsee, dem Startpunkt unserer Alpenüberquerung. Die Fahrt verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Der mitgenommene Käsekuchen von Simonas Mama wird auf dem Rastplatz gierig vertilgt. Während der Fahrt wird in den Nachrichten für den nächsten Tag Gewitter und ergiebiger Dauerregen für Bayern angesagt. Dank des immer laufenden Autoradios werden wir halbstündlich daran erinnert. Wir schieben den Gedanken daran, schon am ersten Tag fünf stunden lang mit dem Fahrrad durch den Regen zur fahren, beiseite. Das ist ein Problem von future Simona und future Florian. Am Tegernsee hat Flo für die Nacht vor dem Start der Fahrradtour und für den Abend der Rückkehr eine kleine, persönliche, gemütliche und ruhig gelegene Pension reserviert – Gästehaus Bartl. Wir laden die nötigsten Sachen aus und machen uns dann auf die Suche nach etwas zu essen. Wir landen in Rottach-Eggern auf der Terasse eines Restaurants am See und kommen uns intuitiv mit Outdoorjacke und Turnschuhen etwas fehl am Platz vor. Neben uns kämmt ein Lackaffe seinen Bart. Die neben ihm sitzende aufgetakelte Begleitung verzieht keine Miene dabei. Wir sind etwas verstört. Später erfahren wir, warum: Rottach-Eggern ist DER Nobelort am Tegernsee, wo auch die Fußballspieler Philipp Lahm und Manuel Neuer ihre Häuser gebaut haben. Aber auch in Turnschuhen und Outdoorjacke hat man etwas zu essen bekommen. Anschließend fallen wir totmüde in unser Bett mit – wichtig – einem knautischig-gemütlichen Kissen.
Montag, 16. August 2021:
Als wir aufwachen, regnet es. Wir frühstücken trotzdem draußen auf der überdachten Terasse. Das Frühstück von Oma Bartl ist sehr liebevoll angerichtet, es gibt unter anderem selbst gemachte Marmelade. Aufgrund des angesagten ergiebigen Dauerregens überlegen wir kurz, alles umzuschmeißen, die Tour umzudrehen und den Regentag dazu zu nutzen, ans Ziel zu fahren. Das hätte aber a) ein deutlich ungünstigeres Höhenprofil und b) die Notwendigkeit bedeutet, alle Hotels und Pensionen umzubuchen. Zudem haben wir uns für den letzten Tag ein etwas teureres Hotel mit Pool gegönnt, das wir ja auch bei Sonnenschein nutzen wollen. Also lassen wir alles wie es ist. Für die weiteren vier Tage sind immerhin Sonnenschein und angenehme 22-25 Grad angesagt. Wir entscheiden uns also, trotzdem loszufahren. Prompt hört es auf zu regnen. Wir packen unsere nötigsten Dinge für 4 Tage und 5kg Möhren für Finchen in unsere Fahrradpacktaschen. Als wir unsere Miet-E-Bikes abholen, kommt sogar die Sonne raus und lacht die nächsten Stunden vom blauen Himmel. Erstmal nix von ergiebigem Dauerregen. Kaum zu glauben, wir haben eben fast immer Glück. Die erste Etappe führt vom Tegernsee über den Achenpass zum Achensee und ist mit knapp 50km und 400hm eine leichte Einstiegsetappe. Kaum auf Passhöhe die Grenze zu Österreich überschritten kauft Flo in einem kleinen Grenzpostenlädchen ein Stück Käse. Die Verkäuferin erzählt, dass sie dafür schon die Käsemedallie bekommen hat. Fragt sich nur bei welchem Wettkampf, das hat sie uns nicht erzählt. Passend dazu kaufen wir bei einer Bäckerei noch zwei Kornstangen für die Jause. Kaum am Achensee angekommen lassen wir uns für eine Mittagspause mit gekochtem Ei, Kornstangen und Weltmeisterkäse (der übrigens wirklich sehr lecker ist) nieder. Mittlerweile ist es bewölkt und kaum haben wir unsere Mittagspause beendet, fängt es an, zu regnen. Jetzt sind es nur noch 10km bis zum Ziel. Der Regen wird immer stärker, es schüttet wir aus Eimern und die Schuhe werden zu einem See.
500m entfernt sehen wir einen hellen Blitz und schlagartig donnert es sehr laut. Unheimlich. Struppel und ich kriechen noch etwas tiefer in Flos Packtasche. Jetzt schlägt 100m entfernt ein Blitz ein. Sehr unheimlich. Gleiche Eingebung bei Simona und Flo, wir müssen uns schnellstmöglich unterstellen. Dafür fahren wir ein kleines Stück zurück und stellen uns mit einigen anderen auf der Terasse eines Cafes unter. Als der Regen weniger wird und das Gewitter weiter zieht, fahren wir weiter bis zu unserem Ziel, dem Hotel Mauracher Hof in Maurach am Achensee. Simona checkt die beiden ein, während Flo draußen bei den Rädern wartet. Das Paar, das vor ihr gerade eincheckt, wird gefragt, ob es Handtücher und Bademäntel für die Sauna möchte. Sauna? Uns war gar nicht bewusst, dass das Hotel eine Sauna hat. Simonas Herz macht einen kleinen Hüpfer. Als sie einige Minuten später tropfnass an den Tresen zum einchecken vorrückt, reicht ihr die Mitarbeiterin ungefragt lächelnd zwei Saunahandtücher und zwei Bademäntel. Im Zimmer angekommen ziehen wir die nassen Sachen aus, die Bademäntel an und ab geht’s in die Sauna! Das tut gut! Nach dem intensiven saunieren sind wir ziemlich hungrig. Da unsere Schuhe immernoch triefend nass sind, müssen wir trotz Regen in Flip Flops und immernoch nasser Regenjacke essen gehen. Das tut dem Geschmack der guten österreichischen Küche aber keinen Abbruch.
Dienstag, 17. August 2021:
Unsere Fahrradklamotten sind über Nacht getrocknet, aber aus dem Bad kriecht ein Muff wie nasser Hund – unsere Schuhe! Die sind immernoch pitschnass. Nach einem ausgiebigen Frühstück checken wir aus und suchen uns eine gemütliche Bank mit schönem Blick in der Sonne, um unsere Schuhe und Socken trocknen zu lassen. Wir lassen es heute gemütlich angehen, zur Not kann ja immernoch der Turbogang am E-Bike rausgeholt werden. Normalerweise fahren wir akkuschonend im Eco Modus (Flo immer, Simona schaltet bei starken Anstiegen auch ab und an mal auf die zweite von vier Stufen…). Als die Schuhe trocken sind düsen wir hinunter ins Inntal, dann geht es einige Kilometer den Inntalradweg entlang, bis wir kurz hinter Hall in Tirol bergauf Richtung Brenner abbiegen. Ab jetzt geht es den Rest der Etappe nur noch bergauf bis zu unserem Tagesziel, dem Grünwalderhof in Patsch. Dieses Hotel ist ziemlich antik, man könnte es stellenweise auch heruntergekommen nennen. Laut Infotafel handelt es sich um ein Schloss von Turn und Taxis. Altersbedingt schließt keine Tür mehr richtig. Und kein Fenster. Aber es hat Charme. Und vor allem eine grandiose Sonnenterasse mit großer Wiese und einer Wahnsinnsaussicht. Wir nehmen einen Aperol Spritz und unser Buch und lassen den Abend auf der Terasse mit Blick auf die Berge ausklingen. Nach einem herrlichen Essen schnarchen wir bei Turn und Taxis bis zum nächsten Morgen.
Die heutige Etappe war mit ca. 60km und ca. 500 Höhenmetern schon etwas anstrengender.
Mittwoch, 18. August 2021:
Nach einer etwas weniger ruhigen Nacht bei Turn und Taxis (auch unsere Nachbarn haben geschnarcht, davon hatten wir dank der altersgebrechlichen Wände auch etwas) und einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns bei wieder schönstem Wetter und angenehmen 23 Grad wieder auf den Weg. Heute geht es weiter hoch bis zum Brenner. Der Anstieg ist nicht so extrem steil wie erwartet. Aufgrund des fehlenden Passschildes müssen wir unser Siegerfoto mit dem „Brenner“-Schild des Bahnhofs im Hintergrund machen. Gemütlich ist der Ort auf jeden Fall ganz und gar nicht. Also beschließen wir, die Mittagspause noch etwas zu verschieben. Wir rollen gemütlich die zum Fahrradweg umfunktionierte alte Bahntrasse hinunter Richtung Sterzing. Da es ewig keine Pausenbank gibt, muss die Rast eben auf einer Wiese Gras stattfinden. Das ist aber auch nicht weiter schlimm. Hauptsache der Weltmeisterkäse kann mit schönem Blick auf die Berge verspeist werden, denn dann schmeckt er doppelt so gut. Für mich gibt es Möhren und Struppel ist am schlafen. Nach der Stärkung geht es weiter bergab nach Sterzing in Südtirol, einem wirklich schönen Städtchen. Wir haben uns jedoch bewusst für eine Pension entschieden, die noch 10km weiter in Pfulters in der Natur liegt. Im gefühlt 20-Seelen-Nest angekommen sind wir begeistert von der gemütlichen, ruhig gelegenen Pension mit herrlichem Ausblick und herzlicher Gastgeberin. Nach einem super leckeren drei-Gänge Menü schlafen wir wie ein Stein – diesmal auch mit schließenden Türen und Fenstern. Das war der anstrengendste Tag, dachten wir zumindest.
Donnerstag, 19. August 2021:
Bei wieder wunderschönem Wetter und angenehmen 24 Grad starten wir an diesem Morgen Richtung Tourenziel Bozen. Unser Hotel liegt jedoch auf der Höhe in Oberbozen, 1000 Höhenmeter oberhalb von Bozen. Man kann jedoch mit einer Seilbahn von Bozen aus hinauf fahren, soweit der Plan. Zunächst düsen wir von Pfulters aus hinunter ins Tal. Dabei knackt Flo den Geschwindigkeitsrekord des Fahrrads mit 60km/h. Die Etappe führt 65km immer meist leicht bergab. In Klausen, 20km vor dem Ziel, fühlen wir uns etwas unterfordert. Wir beschließen, die Route etwas abzuändern und die 1000 Höhenmeter mit dem Fahrrad zu bezwingen. So biegen wir kurz hinter Klausen rechts ab Richtung Barbian. Es geht steil bergauf. Flo bleibt tapfer im Ecomodus, Simona wechselt ab und zu mal in die zweite Unterstützungsstufe, später auch dauerhaft. Doch die Mühe lohnt sich – die Aussicht wird von Minute zu Minute toller. In Barbian machen wir Rast in einem Eiscafe mit traumhaftem Blick. Das Motto des Cafes passt perfekt zu uns und unserer Tour: Die schönste Zeit im Leben sind die Momente, in denen du spürst, du bist zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Nach einer Eis-Stärkung geht es bei weiter wunderschöner Aussicht bergauf. Als die Reichweite des E-Bikes kurz vor dem Ziel noch 9km anzeigt, schaltet Simona verschwenderisch in Stufe 4, den Sportmodus (der paradoxerweise so heißt). Es sind nur noch 2km bis zu Ziel, das sollte ja locker reichen. Da wir uns aber einmal verfahren, sind es doch noch 5km und ein steiler Anstieg. Wurde etwas knapp, aber hat gereicht. Flo hat die Tour bis zum Ende im Ecomodus (Stufe 1) durchgezogen. Unser Hotel „Lichtenstern“ ist wunderschän ruhig mitten in den Bergen gelegen. Hier gibt es auch ein schönes Wandergebiet, den Ritten. Kaum eingecheckt werden die Badesachen angezogen und der Pool mit Bergblick getestet – nach so einem Tag einfach herrlich. Abends gibt es ein sehr leckeres 3-Gänge Grillbuffet. Die Mitarbeiter des Hotels sind der Meinung es sei (bei 18 Grad) draußen zu kalt, sodass wir einen Platz drinnen ohne Sicht einnehmen sollen. Da kennen sie uns aber schlecht. Wir setzen uns trotzdem draußen hin und haben die Berge und den Sonnenuntergang ganz für uns alleine. Ein Candle light dinner, nur ohne Kerze. Uns ist tatsächlich nicht zu kalt, aber die restlichen Gäste sind fast ausschließlich Italiener, daher wahrscheinlich die übertriebene Sorge der Hotelmitarbeiter um die Außentemperatur. Das Abendessen ist köstlich. Vor dem Einschlafen gucken wir uns noch einen Zug zurück zum Tegernsee für den nächsten Tag aus. Wir nehmen die EC-Verbindung über Rosenheim mit 2 Umstiegen (1x in Rosenheim und 1x in Holzkirchen). Das klingt am entspanntesten. Im Kommentar auf der Seite der Deutschen Bahn steht: Fahrräder reservierungspflichtig. Ach quatsch, dass klappt schon auch so, wie bleiben spontan.
Freitag, 20. August 2021:
08:00 Uhr: Die Sonne blinzelt langsam zu unserem Zimmer hinein. Nach 9 Stunden Schlaf – wie jeden Tag – sind wir ausgeruht und können so langsam in den Tag starten. Wir haben uns einen Zug für 12:34 Uhr rausgesucht, daher können wir den Tag entspannt angehen lassen und noch einmal den Pool und die Sonne genießen.
08:45Uhr: Wir genießen das Frühstücksbuffet mit Blick auf die Berge bei angenehmen 23 Grad. Flo testet das Kuchenbuffet. Einmal komplett. Und das ist groß.
10:00 Uhr: Während Flo im Browniekoma auf der Terasse seinen zweiten und dritten Kaffee schlürft, zieht Simona im Pool ihre Bahnen und liegt noch ein bisschen in der Sonne.
11:15 Uhr: Wir checken aus, radeln zur Seilbahnstation und nehmen die Seilbahn hinunter zum Bahnhof Bozen.
12:00 Uhr: Ankunft am Bahnhof. Über die DB App kaufen wir Tickets für unsere ausgewählte Verbindung.
12:05 Uhr: Die Fahrräder werden in den vorhandenen Aufzug gequetscht wie eine Giraffe in einen Schuhkarton. Natürlich einzeln. Und gleich zwei mal, einmal runter und einmal wieder hoch.
12:20 Uhr: Ankunft am Gleis. Unser Zug hat aufgrund eines Stellwerkbrandes bei Verona bereits 30 Minuten Verspätung. So hat Simonas Bikini noch genug Zeit, auf dem Fahrradlenker in der Sonne zu trocknen.
13:10 Uhr: Der Zug lässt immernoch auf sich warten. Die spärlichen Informationen auf italienisch durch den Lautsprecher genuschelt sind wenig hilfreich.
13:11 Uhr: Der Bikini ist inzwischen getrocknet und kann in den Fahrradtaschen verstaut werden.
13:13 Uhr: Ein EC oder etwas ähnliches mit Endstation „Brenner“ fährt ein. Wir überlegen uns kurzerhand, dort einzusteigen. Was wir haben, haben wir, wer weiß wie lange das Stellwerk in Verona noch brennt. Oder die italienische Bahn dies als Ausrede benutzt.
13:15 Uhr: Wir haben die schweren Fahrräder mit aller Kraft in die Hängevorrichtung im Fahrradabteil gehievt. Flo ist sehr besorgt, sich einen Muskelfaserriss am Arm zugezogen zu haben.
13:20 Uhr: Der Schaffner überredet uns bei der Fahrkartenkontrolle, in Brixen auszusteigen, da unser gebuchter EC dicht hinter uns ist und uns möglicherweise noch vor dem Brenner überholt. Außerdem scheint unser gekauftes Ticket in diesem Zug nicht zu gelten, da es sich um einen italienischen EC und keinen österreichischen EC handelt.
13:45 Uhr: Also gut. Wir hieven die Fahrräder wieder runter und verlassen den Zug in Brixen. Immerhin 40km haben wir schon geschafft.
13:52 Uhr: Der ursprünglich gebuchte EC rollt ein. Wir wollen einsteigen, doch das Fahrradabteil ist voll, sodass der Schaffner uns nicht mitnimmt. Da hilft auch kein flehen und diskutieren.
13:54 Uhr: Der Zug fährt ab. Wir stranden am Bahnhof Brixen – immerhin mit guter Aussicht und tollem Wetter.
13:59 Uhr: Nach kurzer Recherche über die Deutsche Bahn App wird klar: Wir müssen mit dem Regionalexpress weiterfahren. Das bedeutet: 6 Mal umsteigen mit dem Fahrrad. Immerhin ist einmal aussteigen schon abgehakt.
14:05 Uhr: Es ertönt eine Durchsage: Der RegionalExpress Richtung Brenner hat 15 Minuten Verspätung.
14:20 Uhr: Erneute Durchsage bei Einfahrt des Zuges: Kein Platz mehr im Radabteil.
14:20 und 23 Sekunden: Simona und Flo suchen die versteckte Kamera.
14:20 Uhr und 30 Sekunden: Wir steigen trotzdem ein. Kein einziges Fahrrad zu sehen und viel Platz für unsere beiden Fahrräder.
14:22 Uhr: Ein Umstieg ist komplett erledigt.
15:10 Uhr: Die bisher nicht sehr arbeitssame Schaffnerin beschließt jetzt doch, uns kurz vor Ankunft am Brenner zu kontrollieren. Unsere Tickets sind auch in diesem Zug anscheinend nicht gültig. Wir kaufen also neue Tickets. Sie berechnet uns netterweise nichts für die Fahrräder, da diese ja in dem anderen – bisher nicht abgestempelten – Ticket enthalten sind.
15:18 Uhr: Ankunft am Brenner.
15:22 Uhr: Nach erneuter Recherche der möglichen Weiterfahroptionen kaufen wir die restlichen Tickets bis nach Tegernsee. Das Fahrradticket ist aber über den österreichischen Automaten nur bis Kufstein möglich. Das ursprüngliche Ticket möchten wir unbenutzt lassen und zurück geben.
15:33 Uhr: Wir steigen in die S-Bahn nach Innsbruck.
16:13 Uhr: Ankunft in Innsbruck Hbf.
16:15 Uhr: Wir stellen fest, dass die Aufzüge in Österreich deutlich komfortabler sind.
16:35 Uhr: Von Innsbruck Hbf jückeln wir mit der S-Bahn weiter bis Wörgl Hbf.
17: 25 Uhr: Ankunft in Wörgl Hbf.
17: 32 Uhr: Wir erreichen den Anschluss nach Kufstein knapp.
17:45 Uhr: Ankunft in Kufstein.
17:50 Uhr: Wir haben mittlerweile vergessen, dass das Fahrradticket nicht in Deutschland gilt.
18:02 Uhr: Einstieg in den Regionalexpress nach Rosenheim. 4 von 6 Umstiegen wären geschafft. Und wir auch. Immerhin ist die Aussicht auf Berge und Felder in der untergehenden Sonne wunderschön.
18:20 Uhr: Der Zug hat aufgrund von Grenzkontrollen in Kiefersfelden eine Verspätung von 15 Minuten.
18:25 Uhr: Flo gibt online unser ursprünglich gekauftes Ticket zurück.
18:26 Uhr: Simona errechnet die Ersparnis durch die viele Umsteigerei.
18:27 Uhr: Das Ergebnis ist ziemlich ernüchternd. 40 Euro für beide zusammen. Obwohl wir von Bozen nach Brenner kein Fahrradticket eingelöst haben.
18:35 Uhr: Unsere Tickets werden kontrolliert. Es fällt auf, dass wir kein Fahrradticket haben. Da wir in 5 Minuten aussteigen müssen, bittet die Schaffnerin uns, am Bahnhof eins zu kaufen.
18:40 Uhr: Wir verpassen den Anschlusszug nach Rosenheim nach Holzkirchen um 3 Minuten.
18:45 Uhr: Wir verspeisen gierig unsere letzten Vorräte und vergessen dabei, dass wir ja eigentlich ein Fahrradticket kaufen wollten.
18:57 Uhr: Wir steigen in den Zug nach Holzkirchen. Vorletzter Umstieg geschafft.
18:58 Uhr: Mist, wir haben das Fahrradticket vergessen. Und es ist auch noch genau die Schaffnerin im Zug, die uns eben kontrolliert hat.
18:59 Uhr: Simona spricht die Schaffnerin an, ob wir noch ein Fahrradticket kaufen können. Sie verkauft uns ausnahmsweise noch eines.
19:49 Uhr: Ankunft in Holzkirchen.
20:02 Uhr: Umstieg in den Zug zum Tegernsee. Der letzte Umstieg ist geschafft. Wir werden leicht hysterisch und machen eine Serie Selfies vor dem „Fahrradmitnahme begrenzt“ Schild.
20:39 Uhr: Ankunft am Tegernsee drei Stunden später als geplant. Wir treten in die frische Luft des lauen Sommerabends hinaus.
20:39 Uhr und 30 Sekunden: Aufkommende Panik bei Flo, dass es in der ganzen Stadt nichts mehr zu essen gibt.
20:40 Uhr: Simona recherchiert beispielhaft Pizza- und Dönerbuden, die bis 0 Uhr geöffnet haben. Flo beruhigt sich etwas.
20:50 Uhr: Das erste Restaurant am See, das wir ansteuern, bietet keine warme Küche mehr an. Also weiter.
20:53 Uhr: Das zweite Restaurant, das wir ansteuern, bietet ebenfalls keine warme Küche mehr an. An einem Freitag Abend!
20:55 Uhr: Wir ergattern einen Platz im beliebten „Braustüberl“, das zu unserer Erleichterung warmes Essen bis 21:30 Uhr anbietet.
21:02 Uhr: Wir stoßen auf die wunderschöne Fahrradtour und die besondere Rückfahrt an.
21:10 Uhr: Die gewählten Spinat- und Kaasknödel werden serviert. Sie sind köstlich.
22:30 Uhr: Nach ausgiebigem Speis und Trank radeln wir am Seeufer zurück zu unserem Auto.
22:45 Uhr: Wir bringen die Fahrräder zurück zum Vermieter und schließen sie vor dem Geschäft an. Man könnte um diese Uhrzeit meinen, es sei der umgekehrte Vorgang.
23:10 Uhr: Wir fallen bei Oma Bartl totmüde ins Bett. Insgesamt haben wir 251 km und ca. 3000 Höhenmeter zurückgelegt. Der Rückweg fühlte sich auf jeden Fall anstrengender an als der Hinweg. Wir haben eben nur fast immer Glück.
Samstag, 21. August 2021:
Nachdem wir herrlich geschlafen haben, sind die Strapazen des letzten Tages wieder vergessen. Heute machen wir bei herrlichem Sonnenschein noch eine Fahrradtour rund um den Tegernsee. Gegen 15 Uhr machen wir uns auf den Weg zum 400km entfernten Iseosee in Norditalien. Wir machen einen kurzen Stopp am Achensee Aussichtspunkt. Nicht nur am Ufer, sondern auch von oben sieht er wunderschön aus. Surfer und Segler tummeln sich auf dem Wasser. Die nächsten 7 Tage verbringen wir am Iseosee mit Baden, wandern, paddeln und auch ein bisschen Radfahren. Wir haben ein kleines Appartment, bei der die Terasse der Steg zum See ist. Hier ist es auch sehr schön und das Wetter immer warm und meist sonnig. Wir sind uns aber einig, dass die Fahrradtour unbestritten der Höhepunkt unseres Urlaubs war.






































