CLOUD FOREST MONTEVERDE

Nach unserer tollen Tour im Carara Nationalpark machen wir uns auf den Weg in den Nebelwald von Monteverde im Inland von Costa Rica. Wir haben schon gelesen, dass es dort nur zwei Wetterzustände gibt: viel Regen und wenig Regen. Als wir uns die Berge nach Monteverde hinaufschlängeln wird es nebeliger und nebeliger. Irgendwie logisch, heißt ja auch Nebelwald. Als wir dann gegen 16 Uhr angekommen sind, schüttet es wie aus Eimern, sogar noch deutlich stärker, als wir es von der Pazifikküste gewohnt waren. Wir hoffen, dass es sich hier um den Zustand „viel Regen“ handelt. Innerhalb von Minuten verwandeln sich die Straßen zu Sturzbächen. Wir holen den Schlüssel zu unserem Häuschen im Zentrum von Santa Elena an. Dabei handelt es sich um ein „Bergdörfchen“, das mittlerweile zu einem touristischen Zentrum ausgebaut wurde, denn der Nebelwald wird vor allem in der Hauptsaision von vielen Touristen besucht. Hier ist auch das „Ziplining“ erfunden worden: Man stellt sich eine Spielplatzseilbahn vor. Diese hängt aber 50 Meter hoch in den Bäumen und man rast – natürlich gesichert – mit bis zu 60km/h kilometerweit über das Blätterdach. Macht bestimmt Spaß, aber wir haben uns aufgrund der extrem touristischen Aufmachung und der horrenden Preise dagegen entschieden.
Nach einem kurzen Einkauf beziehen wir unser kleines ruhiges Häuschen, das ca. 2km außerhalb des Zentrums wunderbar ruhig am Waldrand liegt. Auf dem Balkon gibt es eine gemütliche und geschützte Sofaecke, auf der wir uns direkt mal nieder lassen. Hier in den Bergen auf ca. 1500m ist es mit 22-24 Grad sehr angenehm kühl im Vergleich zu den letzten Tagen.
Am nächsten Tag beschließen wir, eine Wanderung über 8 Hängebrücken durch den Nebelwald zu machen. Als wir gegen 5:45 Uhr von der Sonne geweckt werden, wird Flo leicht hysterisch und cremt sich mit 50er Sonnencreme ein. Mal sehen, ob er die brauchen wird. Pünktlich um 8 Uhr fahren wir auf den Parkplatz des Hängebrückenparks und starten unsere Wanderung. Außer uns sind nur wenige andere Leute da – das hätten wir aufgrund der Werbung für den Park anders erwartet. Auf der Tour hat man wirklich fantastische Ausblicke sowohl im als auch über den verwunschenen Märchenwald. Das hat sich wirklich gelohnt. Auf einer Hängebrücke bringt Simona die Kamera für ein Selfie auf unseren gestapelten Rucksäcken in Position. An der Seite von Flos Rucksack befinden sich gut sichtbar zwei Bananen. Als sie durch die Kamera schaut, um die richtigen Einstellungen zu finden, schleicht sich hinter Flo ein Nasenbär an, der einfach mal gucken wollte, was es hier so gibt. Simona und Flo können ihre Bananen gerade noch so retten. Und ich meine Möhre auch.
Nach unserer Hängebrückentour beschließen wir, noch das Cafe Kolibri zu besuchen. Hier tummeln sich aufgrund der vielen bei Kolibris beliebten Sträucher und zugegebenermaßen auch einiger Futterstellen mit Sirup mehrere dutzend Kolibris. Wir haben auch schon viele in der Wildnis gesehen. Man hört sie meistens, bevor man sie sieht. Das Brummen ihrer extrem schnellen Flügelschläge hört sich an, als wenn man ein dickes Gummiband schnell zum schwingen bringt – nur lauter. Hier gibt es über 50 Kolibriarten. Die Flügel eines Kolibris schlagen 60 Mal pro Sekunde und der kleine Vogel kann Geschwindigkeiten bis 95 km/h erreichen. Fotografieren lassen sich die Hektiker aber extrem schwer. Auch trotz der Futterstelle wird das extrem schwierig, aber Simona macht mit viel Geduld ein wunderschönes Kolibri Foto. Sie ist sehr stolz. Gegen halb zwei fängt es wieder an zu schütten wie aus Eimern.
Den Nachmittag verbringen wir daher ganz entspannt in unserer gemütlichen Sofaecke mit lesen, Blog schreiben und Fotos sortieren.
Am nächsten Tag machen wir eine 6km lange Wanderung im Reservat Santa Elena, eines der beiden „Nebelwaldreservate“ hier. Es ist wunderschön, durch den verwunschenen Märchenwald zu laufen. Der Wald hier ist ganz anders, als der typische tropische Regenwald. Und nein, das grün auf den Fotos ist nicht nachbearbeitet. 😉 Am Ende der Wanderung wird es nach zunächst sonnigem Wetter sogar noch nebelig, was dem Wald einen noch mystischeren Eindruck verleiht. Simona und Flo wetten, wann es wohl heute zu regnen beginnt. Simona gewinnt. Sie hat auf 14 Uhr getippt, es fängt aber trotz Nebel erst um 16 Uhr an, zu regnen. Flo war mit seiner Einschätzung von 12:30 Uhr viel zu pessimistisch, obwohl er sich ja am Vortag noch sehr optimistisch mit 50er Sonnencreme eingeschmiert hat. 😉
Nachdem wir die beiden letzten Abende wieder selbst gekocht haben, gehen wir heute mal wieder ins Restaurant. Der Mix aus selbst kochen und Restaurant ist eigentlich ziemlich perfekt. Wir suchen uns ein Restaurant mit traditionell costaricanischer Küche aus und bestellen zwei typische Gerichte. Es schmeckt wieder mal fantastisch.
Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zum Vulkan Arenal bei La Fortuna. Luftlinie liegt er nur 25km entfernt. Es ist aber so ähnlich wie in den Bergen – Luftlinie ist eben nur Luftlinie.

Ein Gedanke zu “CLOUD FOREST MONTEVERDE

  1. Grauliere zu den tollen Kolibri-Aufnahmen. Die Hängebrücken sehen ja gewalig aus. Euer Urlaub scheint echt einzigartig zu sein, da bekommt auch auch gleich Lust, dorthin zu fahren. Viel Freude weiterhin! Ulrike

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