Melbourne und das 12-Dollar-Eis

Auf der Fahrt von den Grampians nach Melbourne haben wir an einer Autowerkstatt gestoppt und nach einem Schraubendreher gefragt um unseren Dachgepäckträger so verstellen zu können, dass die Boggieboards oben draufpassen. Außerdem haben wir uns in der Eisdiele nebenan ein Eis auf die Hand gegönnt. Die Lebensmittel in Australien sind in etwa doppelt so teuer wie in Deutschland, trotzdem waren wir etwas verwundert, als die gute Eisverkäufern ganz ernst 12 Dollar (das sind etwa 9 Euro) für 3 Bällchen haben wollte. Es war leider kein Scherz.

In Melbourne angekommen und haben wir dank satellitengestützter Navigationstechnik unseren Campingplatz (the only One within a 9 km radius of Melbourne) direkt gefunden. Melbourne ist flächenmäßig eine unglaublich große Stadt. Für den Ankuftstag war Duschen das wichtigste Tagesziel, welches wir schnell hinter uns gebracht haben. Außerdem hat Florian die Bodyboards noch auf dem Dach angebracht, das Auto sieht jetzt aus wie ein Surfmobil.

Am nächsten Tag wollten wir pünktlich aufstehen, denn es gab gleich 3 Tagesziele:

  1. einen Eindruck der Stadt bekommen
  2. Problem mit dem Foto-Objektiv lösen
  3. Fish and Chips essen

Wir sind also am nächsten Morgen in die Bahn gestiegen und mit ihr in das Stadtzentrum gefahren. Vorher hatten wir uns im Internet Fotoläden rausgesucht, zum Glück lagen sie alle 3 direkt nebeneinander in einer Seitenstraße nur wenig entfernt vom Stadtzentrum. Unser schönes Weitwinkelobjektiv hat Probleme mit der Blende und die wollten wir beseitigen bevor wir an einem schönem Motiv stehen und nichts mehr geht. Die 3 Fotoläden waren keine große Hilfe, sie wollten uns nur für viel Geld neue Objektive verkaufen. Einer hat uns dann noch eine kleine Reparaturfirma empfohlen. Auch nur um die Ecke, im 5 Stockwerk eines Hinterhauses war ein 25qm großes Zimmer/Laden in dem 2 Männer in einem nicht zu beschreibenden Chaos an Fotokram, Laptops und Hifianlagen herumgeschraubt haben. Der Chef war total hilfsbereit, hat nach einigen Versuchen unser Problem reproduzieren können und war direkt auf der Suche nach dem Ersatzteil. Er hatte die Kiste mit diesen Ersatzteile auch direkt gefunden (anscheinend gab es doch ein System im Chaos). Zwischen den vielen 100 fein beschrifteten Teilen fehlte allerdings das für unser Objektvimodell. Auch unser Anruf beim Importeur für Sigmaobjektive in Australien und Neuseeland brachte nichts, er könnte das Teil nur aus Amerika beschaffen und das würde länger als 4 Wochen dauern. Wir haben uns dann nach hin und her für die bei-eBay-schauen Variante entschieden. Und siehe da, wir haben tatsächlich 2 Auktionen gefunden, wo der Artikel im Großraum Melbourne eingestellt wurde. Also beiden Verkäufern schnell eine Nachricht geschrieben mit unserer Telefonnummer und der Hoffnung dass sie sich bei uns melden. Denn sie mussten nicht nur unsere Nachricht rechtzeitig lesen, sondern auch noch Zeit haben sich mit uns zu treffen und bereit sein die Auktion zu unserem Preis abzubrechen. Um die Wartezeit zu überbrücken haben wir Tagespunkt 1 und 3 abgehakt. Melbourne ist eine schöne Stadt mit Fluss und vielen Hochhäusern. Die Portion Fish+Chips (Standardspeise in Ländern des Commonwealth: Backfisch im Teigmantel mit Pommes) waren großartig. Das mit dem Objektiv war aber alles wieder viel unkomplizierter, es haben sich beide gemeldet und so sind wir an den Abend ganz spontan mit satellitengestützter Hilfe in einen Vorort von Melbourne gefahren und haben dort ein neues Objektiv gekauft.

Abends wieder auf dem Zeltplatz angekommen haben wir beim Zähneputzen spitze Schreie aus dem Baum direkt neben uns gehört. Was kann das sein? Da saß ein UHU direkt neben unserem Auto im Baum. Dank des tollen neuen Objektives konnten wir echt super Bilder machen, der UHU hat auch schön still gehalten.

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Bei Tageslicht waren wir etwas erstaunt, dass der UHU immer noch im Baum saß. Aber gut, bei Tageslicht kann man ja noch schönerer Bilder machen. Gesagt, getan. Dabei ist uns dann aufgefallen, dass es sich um die besonders seltene Art des Holzuhus handelt 😀

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5 Gedanken zu “Melbourne und das 12-Dollar-Eis

  1. Es geht wieder sehr spannend bei Euch zu. Danke für den Bericht. So kann man fast auch ein bisschen durch Melbourne schlendern und vom Eis kosten und den Uhu schreien hören. Ich werde gleich mal nach dem Uhu googlen. Liebe morgendliche Grüße aus Essen!

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  2. liebe Finchen,
    oh, danke für Bilder und Bericht. Florian Euer Punkt 3, der abzuarbeiten war, hat mich sofort an unsere London-Reise erinnert, das war Dein erster und unbedingt durchzuführender Vorschlag; Fish and Chips. Wir sind durch halb London gelaufen, hundert mal gefragt, auf den Stadtplan geguckt und dann fanden wir nach langer Zeit den „Laden“ an einer Ecke -für mich unvergesslich!
    Ich fteue mich schon auf den weiteren Bericht. Euer Wohnauto ist ja unglaublich, braucht Ihr vielleicht noch einen Anhänger?!
    liebe Grüße
    Oma Bäääääääää

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  3. Liebes Finchen,
    ist das schön, mit dir, Flo und Simona durch Australien zu reisen. Ich genieße jeden eurer Berichte. Finchen, versprich mir bitte, weiterhin gut auf die beiden aufzupassen. Wenn man manche Bilder sieht …
    Wünsche euch weiterhin eine wunderschöne, erlebnisreiche Reise.
    Bis bald, Monika

    Übrigens, Tante Helmi und Onkel Jupp reisen auch mit. Liebe Grüße von den beiden.

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  4. Beim Anblick des äußerst seltenen Exemplares aus der Gattung Holzuhu habe ich mich vor lauter Lachen verschluckt.
    Ich hoffe, das Eis hat euch trotz des Preises noch geschmeckt. Bei diesem traumhaften Wetter!
    Nachdem die Fotoausrüstung wieder komplett ist, kann das Entdecken mit hoffentlich sichtbarem Erfolg weitergehen .
    Eure Berichte sind immer wieder köstlich.
    Danke und Helau aus Nerdasch, Anne

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  5. So kurz vor dem Insbettgehen noch liebe Grüße an Euch. Was habt ihr doch in den 3 Wochen alles erlebt! Eure Berichte so lebendig wie euer Leben. Passt weiterhin gut auf euch auf, ich habe gehört, Holzuhus könnten kleinen Finchen-Kängurus gefährlich weden.
    Liebe Grüße vom naßkalten Rhein,

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