Faser Island – Teil 2

Da es langsam Herbst wird, die Sonne daher schon weniger Stunden am Tag scheint und der Bundesstaat Queensland auch keine Sommerzeit hat, wird es hier gegen 18 Uhr abends ziemlich schlagartig dunkel, dafür morgens gegen 6 Uhr schlagartig hell. Wir haben unseren Tagesablauf schon dem Sonnenstand angepasst und sind immer mehr oder weniger pünktlich um 6 Uhr aus dem Bett. 9 Uhr ins Bett zu gehen war genau die richtige Entscheidung, der Wecker klingelt am nächsten Morgen noch früher um kurz vor fünf. Wir wollen pünktlich vor Sonnenaufgang raus aus den Federn, Zähne putzen und startklar sein. Der Sonnenaufgang über dem Meer ist klasse, die Dünen und der Strand liegen verlassen und leer vor einem, noch ganz ohne Reifenspuren. Die Flut ist im Anmarsch, ihr Scheitelpunkt ist für 9:20 angekündigt. Also ist der Strand für uns zwischen 7:30 und 11:30 Tabu. Macht aber nichts, eine wichtige Attraktion liegt im Inland der Insel und nennt sich Lake McKenzie. Doch davor müssen wir noch am Strand entlang nach Euronga fahren und währenddessen einen Stopp am Eli Creek machen. Es soll schön dort sein. Simona malt sich schon die tollsten Fotomotive aus.

Eli Creek ist der Punkt, wo der Eli River eine Schlucht gebildet hat und ins Meer fließt. Dort sind Rollstuhlgerechte Plattformen angebracht auf denen man entlang gehen kann. An deren Ende kann man sich sogar in die Fluten schmeißen und sich vom reißenden Fluss ins Meer tragen lassen. So richtig reißend ist der Fluss an diesem Morgen nicht, es handelt sich eher um ein Rinnsaal. Aber traumhaft schön und vor allem sind wir zu dieser frühen Uhrzeit allein, die Tourihorden liegen noch im kuschligen Ressortbett oder schlafen im coolen Backpackerzeltcamp ihren Rausch aus. Simona wartet noch auf den perfekten Sonnenstand, aber wir müssen weiter, es sind noch über 30km bis Euronga und die Flut wirft schon ihre Wellen auf den Strand. Doch trotz Creekdurchquerungen, Steinen am Strand und anderen Hindernissen erreichen wir Euronga pünktlich um 7:25.


In Euronga sollen wir am Kreisverkehr die 2. Ausfahrt nehmen und dann einfach den Ausschilderungen folgen. Als wir die Dingoabzäunung 20 Meter hinter uns gelassen haben, stauen Flo und Simona nicht schlecht. Der Inlandtrack besteht aus super weichem Sand, die Spuren sind ausgefahren, in der Mitte circa 30cm hohe Hügel. Außerdem das Schild „Lake McKenzie 13 km“. Hinter der nächsten Kurve lauert schon die nächste Überraschung für Flo. Auf dem circa 2,10 Meter breitem Weg kommt ihm ein 2,50 Meter breiter Geländebus entgegen. Das Hupen und Gestikulieren des Fahrers deutet darauf hin, dass er nicht daran denkt zurückzufahren. Also fährt Flo zurück und versucht sich an einer etwas breiteren Stelle in die Büsche zu schlagen. Nachdem der Geländebusfahrer halb vorbei ist, grüßt er lieb und weist nett darauf hin, dass ihm weitere 3 Busse folgen.
Die Fahrt geht weiter mit ca. 10 km/h (die Schilder weisen immer wieder darauf hin, dass man nicht schneller als 50 fahren darf) auf eben beschriebenem Untergrund durch dichten, wunderschönen Regenwald. Im Verlauf gibt es weitere Passagen (teilweise dann auch als Einbahnstraße ausgeführt) die etwas mehr Konzentration kosten. Der lose Sand bremst unglaublich ab, so muss man immer genug Gas geben. Ab und an bleiben wir hängen, aber mit Rückwärtsgang, mehr Drehzahl und mehr Anlauf klappt es dann jedesmal wunderbar. Oben angekommen schreit unser Auto Roughi nur „langweilig!“. Es ist klar, er könnte noch viel mehr. Roughi genießt die Fahrt, alle anderen werden ganz ordentlich durchgeschüttelt, durchgeschwankt wie auf einem Segelschiff und durchgehoppst wie auf dem Trampolin (ohne Anschnallgurt währen wir mit dem Kopf an die Decke gestoßen). Es fühlt sich so an, wie damals im Beutel meiner Mama.

Die abenteuerliche Fahrt hat sich mehr als gelohnt: Lake McKenzie ist so traumhaft klar, dass man bei Unterkante Oberlippe noch die Füße klar erkennen kann. Wir machen wunderschöne Fotos, baden und genießen. Außerdem besteht Flo darauf, dass jetzt aber mal wirklich langsam Frühstückszeit ist. Unser Koala Struppel, der die ganze Fahrt über geschlafen hat, stimmt ihm zu. Essen muss in eingezäunten Bereichen zubereitet und verzehrt werden und darf nicht an das Ufer des Sees gebracht werden. Dadurch sollen die Dingos abgehalten werden.


Mittags füllt sich der Parkplatz und das Ufer des Sees mit anderen Ausflüglern. Wir gehen noch einmal Baden, machen noch mehr Fotos und schlagen so langsam den Rückweg ein. Zwischen Euronga und der Fähre machen wir nochmal ein ordentliches Muffin-Picknick am Strand, noch mehr Fotos und trennen uns schließlich schweren Herzens von der wundervollen Inseln.

4 Gedanken zu “Faser Island – Teil 2

  1. Ach, meine lieben Finchen, ist das eine Reise! Bei Euch Herbst, bei uns Frühjahr, also ein halbes Jahr Zeitverzögerung wird aus den täglichen Stunden Zeitunterschied. Die Dingospuren sehen gruselig aus, habt Ihr einen gesehen? Gibt es Fische in dem klaren Wasser? Auf keinem Foto zu sehen! Und im Urwald keine Schlangen? Aber doch Papageien?, Ich gucke gleich nach der Karte. Vorwärts auf schöne Bilder und spannende Berichte.
    Liebe Grüße
    Eure Oma Bäääääää

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  2. Hallo ihr Inselhüpfer, mal wieder wunderschön euer Bericht und eure Fotos, danke dafür. Habt ihr eigentlich Finchen das Fotografieren beigebracht? Sieht ganz danach aus. Nun seid ihr sicher wieder auf festerem Boden angekommen und den Dingos entwichen. Wir sind schon gespannt, wie es bei euch weitergeht.
    Vom Hunsrück übrigens liebe Grüße. Euch weiterhin tolle Erlebnisse und nette Menschen und Begegnungen.
    Eure zwei aus Gladbach

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  3. Ich bin so was von begeistert !

    Wer fotografiert euch !?
    Bei all den wunderbaren Fotos habe ich das Gefühl ,
    das ihr mit einem Kamerateam unterwegs seid !?

    Nun möchte ich auch gerne noch was über Schlangen und so weiter erfahren !?

    Für mich wären die hüpfenden Frösche schon ein Problem gewesen !!!!!!!!!

    Weiterhin eine supergute Zeit und alles alles Liebe !
    Herzlichst Walli

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