Nachdem wir Rainbow Beach nach unserem großartigen Fraser-Island-Trip verlassen hatten, hieß das nächste „grobe“ Ziel Rockhampton, eine Stadt im Inland, die durch die Rinderzucht der Gegend geprägt ist. Zuerst haben wir aber noch einen Stop in Agnes Water eingelegt, dem nördlichsten Surfspot entlang der Ostküste. Dass man weiter nördlich nicht mehr surfen/bodyboarden kann, hat mehrere Gründe: 1. Die Wellen brechen sich am Great Barrier Reef, sodass sie nicht mehr den Strand erreichen, 2. Es ist gerade Quallensaison und die Quallen, die es hier gibt, sind giftig = ziemlich gefährlich, 3. es können einem Mantarochen (= böser) und Krokodile (=noch böser) begegnen. Deshalb wollten Flo und Simona in Agnes Water ihren Bodyboards noch einmal richtig Auslauf gönnen, bevor wir nur noch in mit Netzen geschützten Bereichen ohne Tiere und ohne Wellen schwimmen können. Als wir gerade bis zur Hüfte im Wasser standen, waren wir uns nicht mehr sicher, ob sich die netten Tierchen so genau an diese imaginäre Linie halten: direkt neben Flo schwamm ein flaches Etwas in Größe des Bodyboards daher (also so 1mx50cm). Rochen sind alle flach, aber woher kann man wissen, ob es nicht ein Mantarochen war, der illegalerweise etwas südlicher rumschwimmt als er soll? Nach einem kurzen Gespräch mit einer Australierin, die ebenfalls an dem sonst komplett verlassenem Strand war, haben wir uns dann wieder ins Wasser getraut, da angeblich keine Gefahr zu befürchten ist. Zumindest war ihr mal nicht bekannt, dass an diesem Strand die Touristen am laufenden Band von Mantarochen oder Krokodilen gefressen wurden. Also wieder rein mit dem Bodyboard. Nächstes Problem: keine Wellen mehr da. Mist. Da blieb nur noch einfach so baden zu gehen und sich an dem total verlassenen Strand ganz allein unter die Palmen zu setzen und sich die Abendsonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Hmm…was heißt nur noch – das war absolut traumhaft. Und da es eine Campingmöglichkeit unter Palmen direkt hinter dem Strand gab, sind wir dort auch noch eine Nacht geblieben. Und siehe da: Am nächsten Morgen gab es Wellen und wir konnten uns mit unseren Bodyboards noch einmal in die Fluten stürzen. Und Flo konnte sich auch noch bei einer Australiern mal kurz das Surfbrett ausleihen.
Mittags ging es dann weiter nach Rockhampton. Simona hatte einige Dinge herausgesucht, die man sich außer den Viehweiden/-farmen (die man auf der Fahrt dorthin sehen kann) noch anschauen kann. Dazu gehörten ein Botanischer Garten, ein Park mit Wasserfall und ein 600m hoher Berg/Nationalpark, von wo aus man über die ganze Stadt blicken kann. Dass vor 3 Wochen ein ziemlicher starker Zyklon (Wirbelsturm) durch den Norden Queenslands gefegt ist, hatten wir mitbekommen. Welche Städte besonders stark betroffen waren, hatten wir natürlich nicht auf dem Schirm. Also staunten wir nicht schlecht, dass alle Eingänge zum Botanischen Garten wegen Forstarbeiten geschlossen waren. Fanden wir zwar komisch, aber steuerten trotzdem nichtsahnend den Keshaw Park an, wo wir uns ein nettes Picknick unter schattigen Bäumen erhofft hatten. So langsam erinnerten wir uns an die Nachrichten von vor 3 Wochen, als wir im Park nur Verwüstung antrafen. War wohl nix mit Schatten, die Bäume waren alle umknickt oder entwurzelt. Traurig und interessant zugleich, so etwas mal zu sehen, da der Zyklon an diesem Teil der Küste eine wiederkehrende Gefahr darstellt und die Menschen hier jeden Sommer die Zerstörung ihrer Häuser befürchten müssen. Ein Sparziergänger bestätigte unsere Vermutung und berichtete uns ein wenig von seinen Erfahrungen mit den Zyklons. Da auch die Straße zu unserem Aussichtspunkt im Nationalpark wegen umgestürzter Bäume geschlossen war, beschlossen wir spontan, noch am Abend zurück zur Küste zu fahren.
Der Küstenabschnitt östlich von Rockhampton nennt sich „Capricon Coast“ (der Name leitet sich davon ab, dass sich diese am südlichen Wendekreis befindet). Dort angekommen haben wir mal wieder einen Schlafplatz ganz nach unserem Geschmack gefunden: Eigener Strandzugang von unserer Veranda – großartig. Und Simona hat ihre erste Kokusnuss gefunden. Aufbekommen haben wir sie aber noch nicht. Nachdem wir am nächsten Tag an der Küste ein wenig entlanggecruist und auf Aussichtspunkte gewandert sind, haben wir mal wieder zum Waschen an einem Campingplatz eingecheckt, diesmal in Yeppoon. Auch dieser Ort (und so auch der Campingplatz) waren stark vom Zyklon betroffen. Doch der Besitzer hatte seinen Humor nicht verloren: „Swimming is safe here, no jellyfish. And don’t worry about the sharks, they are eaten by the crocodiles.“ Kurzer entsetzter Blick von Flo, dann großes Gelächter. So konnten Simona und Flo dann doch nochmal ganz unbeschwert mit ihren Bodyboards ins Wasser.
Am nächsten Tag haben wir noch eine Führung in den nahegelegenen „Capricon Caves“ mitgemacht, einem labyrinthartigem Höhlensystem. Es war super, wir waren nur eine Gruppe von 3 Leuten und hatten eine supernette Führerin, Die Höhlen waren voll von Fledermäusen und so flogen tausende dieser Tiere ständig ganz nah an uns vorbei. Wir wurden instruiert, möglichst nicht auszuweichen, um einen „Crash“ zu vermeiden. 😀 Das ist aber gar nicht so einfach, wenn so eine Fledermaus frontal auf einen zufliegt. Aber ein tolles Gefühl, wenn man den Wind in den Haaren spürt, wenn sie ganz nah an einem vorbeirast. Ein anderes Higjtlight war die „Cathedral Cave“, in der die Akkustik so toll ist, dass 2 Mal im Jahr dort durch das Sydney Opera House eine Oper aufgeführt wird. Wir kamen leider nicht in den Genuss der echten Oper, aber auch die abgespielte Version von „Amazing Graze“ war großartig. Nachdem auf dem Parkplatz dann auch noch ein Känguru mit Baby im Beutel auf uns gewartet hat, hatten wir auf jeden Fall genügend gute Laune getankt, um für die nächsten 4 Stunden ins warme Auto zu steigen und Richtung Mackay zu fahren. In dieser Gegend wollen wir 2 Nationalparks besuchen. Wie es war, erfahrt ihr dann im nächsten Artikel (sofern wir nicht von einem der 2 Zyklons erwischt werden, die noch angekündigt sind ;-))












Schöner Reisebericht, macht Riesenspaß die Route bei google-maps zu verfolgen. Wahnsinn wie weit ihr schon gereist seid! Flo drehen die Zyklone wegen der Coriolis-Kraft auf der Südhalbkugel eigentlich andersrum? 😉 LG, Basti
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Ja, die Coriolis-Kraft hat hier ihren Einfluss, die Tiefdruckgebiete auf der Südhalbkugel drehen sich andersherum. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Tiefdruckgebiet
Bei den Toilettenspülungs- und Waschbeckenstrudeln ist unsere wissenschaftliche Datenerhebung noch nicht abgeschlossen 😉
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Meine lieben Finchen, das wird ja immer spannender. Sag ich’s doch, Australien ist gefährlich mit den giftigen und fressenden Tieren! Um das Bild vom Sturm zu sehen, muss ich nicht nach Australien, ich bin gestern mit meinem Besuch durch ‚meinen Wald‘ und zur Korte Klippe gegangen, es sieht grausam aus, noch schlimmer als nach dem Sturm, weil jetzt die Bäume abgesägt werden, ich glaube von 10 Bäumen gibt es nur noch 2.
Das Kängeru ist einmalig, so habe ich Mutter mit Kind noch nie gesehen.
Freue mich auf den nächsten Bericht, tschüß und liebe Grüße
Oma Bäää
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Kein Wunder, dass ihr bei all dem Ausweichen von Stürmen und wilden Tieren keine Zeit hattet, euch zu melden. Das Känguru hat bestimmt extra auf euch gewartet! Toll, das so außerhalb des Neuwieder Zoos sehen zu können.
Hier ist nun auch der Frühling ausgebrochen , wir freuen uns über jeden Sonnenstrahl.
wir freuen uns auf die nächsten Erlebnisberichte aus dem tollen Abenteuerland. Und passt gut auf die Kokosnüsse von oben auf.
Liebe Grüße von uns beiden
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Das nächste Mal unbedingt eine Bohrmaschine mitnehmen, zum Knacken der Kokosnuss!
Das wird ja immer spannender und gefährlicher bei euch. Ich weiß nicht, vor wem ich mehr Angst hätte, vor den Quallen, den Krokodilen oder einem Zyklon.
Das interessanteste Bild heute ist Mutter mit Kind. Ich habe mir den Beutel immer etwas offener vorgestellt. Eure Berichte bilden 😉
Passt gut auf euch auf, Gete/Anne
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Verfolge eure Berichte mit größter Spannung und freue mich jedes Mal, euch rundum glücklich und weder im Sand, noch im Krokodilmaul steckend zu wissen! 🙂 Das Känguruh war aber auch eins meiner Highlights! Und für die Öffnung der Kokosnuss würde ich mir irgendein Tier zum Vorbild nehmen – ihr habt doch genug!!! 😉 Ich hoffe, ihr meistert auch die letzten Abenteuer ebenso frohge-mut-ig und geht auch die deutschen Herausforderungen wieder mit Elan an. Ich weiß noch nicht wirklich, wie ich so ganz ohne eure Geschichten auskommen soll…
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…und für alle Daheimgebliebenen, die ohne tierisches Vorbild auskommen und sich medial behelfen müssen: https://www.youtube.com/watch?v=hFQcCwCo87M
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