Welcome to USA!

Nach gut 10 Stunden Flug landen wir am 22. Mai gegen 15:30 Uhr Ortszeit auf dem San Fransisco International Airport. Nachdem wir die Endlosschlange zum Einreisecheck erfolgreich hinter uns gebracht und unser Gepäck abgeholt haben, machen wir uns per „BART“ (Bay-Area-Rapid-Transit, eine Art S-/U-Bahn) auf den Weg zu unserem Hotel in San Leandro (einer Stadt im Großraum San Fransisco). Auf der Karte sieht es aus, als sei es von der Bahnstation zum Hotel nur ein paar Meter, aber schon hier fallen wir auf die Weiten des amerikanischen Kontinentes herein: Knapp eine Stunde Fußmarsch haben wir hinter uns, bis wir an unserem Hotel am Hafen von San Leandro ankommen. Zum Glück hat Simona Struppel und mich getragen. Merke: In den USA sind die Distanzen größer als man denkt. Der Magen hängt uns schon in den Kniekehlen. Zum Glück gibt es gleich neben dem Hotel ein Restaurant mit amerikanischen Spezialitäten, sodass wir uns gleich jeder einmal Cheesburger mit Pommes bestellen. Wir schaffen nur die Hälfte. Merke: In den USA sind die Portionen doppelt so groß. Einmal Cheesburger mit Pommes hätte für alle gereicht. Danach fallen wir totmüde ins Bett.

Am nächsten Morgen können wir unseren Camper bei „Jucy Campers“ ganz in der Nähe (diesmal wirklich, das haben wir abgecheckt, bevor wir losgegangen sind) des Hotels abholen. Wir nennen ihn „Commander Bill“, weil er alle Eigenschaften eines amerikanischen Lebensstils vereint hat: Er ist groß, sehr groß für europäische Verhältnisse – für amerikanische Verhältnisse eher durchschnittlich. Und die Türen und die Heckklappe gehen automatisch auf und zu, man muss sich dazu keinen Zentimeter bewegen, sondern nur auf einen Knopf drücken. Natürlich gibt es auch genügend Getränkehalter für Mc-Donalds-Cola-Pappbecher im 1,5-Liter-Format. Jetzt müssen wir uns erstmal mit den amerikanischen Verkehrsregeln auseinandersetzen. Das Gewöhnungsbedürftigste ist, dass an einer Kreuzung mit vier Stoppschildern der zuerst fahren darf, der als erstes an seinem Stoppschild angekommen ist. Intuitiv möchte man als deutscher Fahrer da nicht losfahren. Da ist das Chaos vorprogrammiert. Mit unserem neuen Gefährt fahren wir – vorbei an endlos vielen Stoppschildern zuerst einmal einen Walmart an und versuchen, dort etwas Essbares zu finden. Gar nicht so einfach. Die Abteilung mit frischem Obst und Gemüse hat die Größe eines Ikearegals. Man findet dort noch nicht einmal frische Möhren für mich! Ansonsten gibt es nur Riesenpackungen übersüßtes Fertigzeugs. Nachdem die Einkäufe erledigt sind, machen wir uns auch schon auf die Suche nach einem Quartier für die Nacht. In so einer großen Stadt gar nicht so einfach. Letztendlich wird es der „San Fransisco Trailer Park“, eine Art Parkplatz neben dem Highway für sagenhafte 61 Dollar pro Nacht! Hier wird man mit den Folgen des fehlenden Sozialsystems in diesem Lande konfrontiert: Denn statt auf Urlauber treffen wir auf Menschen, die an diesem trostlosen Fleckchen neben dem Highway das ganze Jahr über in ihrem verranzten Wohnwagen leben. Kaum zu glauben.
Am nächsten Tag machen wir uns auf in die Innenstadt. Wir bestaunen die sehr beeindruckende Golden Gate Bridge, die zum Glück nicht im Nebel liegt und fahren mit den berühmten Cable Cars über die steilen Hügel San Fransiscos (gefühlt 90% Steigung).  Flo schaut sich im Cable Car Museum noch die Mechanik dieses Transportmittels an, während sich Simona und ich uns lieber auf einer Bank mit dem Reiseführer vergnügen. Ein gelungener Tag! Leider tut uns die Golden Gate Bridge nicht den gefallen, in der untergehenden Abendsonne zu leuchten. Es ist und bleibt bewölkt, als wir in den Marine Headlands mit einem Buch auf den perfekten Sonnenuntergang für die perfekten Fotos warten. Aber es gibt ja eine zweite Chance, wir kommen ja am Ende der Reise nochmal zurück!

2 Gedanken zu “Welcome to USA!

  1. Danke für den ersten Reisebericht Finchen! Deine Merksätze sind wieder mal super. Auch der Name „Commandor Bill“ klingt gut. Du kannst ja dann mal mit Hugo vergleichen. Übrigens waren Deine „Großeltern“ auch schonmal dort: genau vom 23.-25.6.2004 – und stöbern jetzt gleich im Fotoalbum nach den Fotos von der Golden Gate, zeigen wir Dir dann!
    Wir sind sehr gespannt auf die Fortsetzung. Viele Grüße Mischa & Ulrike

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  2. Hallo Finchen!
    Es ist schön, mal wieder von dir und deinen Abenteuern zu hören.
    Musst dich wohl von Möhren auf Bananen umstellen. DieFotos von der Golden Gate Bridge sind beeindruckend.
    Na mal sehen, wie es mit euch weitergeht.
    Liebe Grüße Günther und Waltraud

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