Yosemite Nationalpark

Auf dem Weg von San Fransisco in den Yosemite Nationalpark kommen wir an Obstplantagen und Erdbeerfeldern vorbei soweit das Auge reicht. Gefühlt alle hundert Meter gibt es einen Stand, wo frisch geerntetes Obst verkauft wird. Wir decken uns mit einem Riesenkorb an Riesenerdbeeren ein, die traumhaft lecker schmecken. Ein Drittel des Korbes ist schon auf dem Parkplatz verspeist bevor wir weiterfahren. Im Yosemite Nationalpark angekommen sind die Campingplätze leider alle belegt, aber die nette Rangerin im Besucherinformationszentrum gibt uns den Tipp, dass man an einem Waldweg fünf Minuten vom Parkeingang entfernt wild campen kann. Gesagt, getan. Wir suchen uns ein wunderschönes Plätzchen im dichten Nadelwald.

Am nächsten Morgen sind wir schon um viertel vor sieben abfahrbereit, denn wir haben viel vor: Wir wollen den Four-Mile-Trail hoch zum Glacier Point wandern, von dem man einen wunderschönen Blick über den ganzen Park haben soll. Daran anschließen wollen wir den Panorama Trail zurück ins Yosemite Valley (Danke, Marco N., für den tollen Tipp!) Schon die Einfahrt in den Park bis zu unserem Startpunkt ist traumhaft schön. Nach einem kurzen Frühstück nehmen Stuppel und ich auf der Aussichtsplattform von Simonas neuem Rucksack Platz (der übrigens farblich sehr gut zu meiner Möhre passt) und es geht los. Der Four mile Trail schlängelt sich in 7.4km über 1000 Höhenmeter steil bergauf. Die harte Arbeit wird schon während des Aufstieges und dann erst recht am Glacier Point mit einem traumhaften Blick belohnt. Wir sind eigentlich schon ziemlich k.o. (das heiß, eigentlich nur Simona und Flo – Struppel hat die Hälfte der Zeit gepennt und ich habe die Aussicht genossen und bin ab und an mal aus dem Rucksack gehüpft).  Aber es gibt ja noch 13.7km weiter. Auf dem Panoramatrail laufen wir vorbei an riesigen Wasserfällen (im Winter hatte es viel geschneit, deshalb sind diese laut Ranger „very spectacular“ in diesem Jahr). Der Weg führt teilweise so nah daran vorbei, dass das Fell ganz nass wird – wie im Aachener Nieselregen. Nach 10 Stunden wandern (mit zahlreichen Fotopausen) jammern Simona und Flo schon ein bisschen über die schmerzenden Beine und Füße. Kein Wunder: Im Nationalpark-Wanderführer sehen sie nachher, dass sie einfach mal zwei Wanderungen mit der Kategorie „very strenous“ verknüpft haben. Selber schuld. Aber es hat sich sehr gelohnt. Am nächsten Tag lassen wir es etwas ruhiger angehen und machen einen flachen 8km-Sparziergang zum „Mirror Lake“. Warum der so heißt, kann man auf den Fotos ziemlich gut erkennen. Flo hat Simona zum Geburtstag eine Fernbedienung für die vielen Selbstauslöserfotos geschenkt. Die kommt jetzt ständig zum Einsatz. Ich durfte sie mir auch mal ausleihen und mit Struppel ein paar Fotos machen. So praktisch 🙂


Der Rest des Tages wird mit Entspannen verbracht. Im Park gibt es außer den gefürchteten Bären (wir haben „leider“ keinen gesehen, haben aber trotzdem brav die „Bear boxes“, die bärensicheren Boxen zum Einschließen der Essenvorräte, benutzt) super süße Squirrels (eine Art Eichhörnchen), die an den Picknickplätzen herumklettern, um eventuell etwas Leckeres zu ergattern. Schon allein mit deren Beobachtung kann man den halben Tag verbringen. Leider haben wir die Erfahrung gemacht, dass auch Stechmücken immer wissen, wo es schön ist: und so werden wir abends beim Kochen am Fluss gnadenlos von Stechmücken attackiert (es scheint sich um eine besonders aggressive Art zu handeln, denn Simona hat noch eine Woche danach riesige Flatschen). Zum Glück haben wir unserer australisches „Off-Tropical Strenght“ Anti-Mückenmittel dabei und können das Schlimmste verhindern.


Am nächsten Tag geht es weiter über den Tiogapass nach Osten. Der Pass ist im Winter bis in den späten Frühling aufgrund großer Schneemassen geschlossen und es war nicht sicher, ob er rechtzeitig offen ist. Ein geschlossener Pass hätte einen Umweg von 400km und eine weniger schöne Strecke bedeutet. Aber wie soll es anders sein: Der Tiogapass öffnet exakt einen Tag, bevor wir ihn brauchen, seine Tore. 🙂

 

Ein Gedanke zu “Yosemite Nationalpark

  1. DANKE, dass wir wieder mit teilhaben dürfen an den bezaubernden Bildern und interessanten Berichten. Manchmal wäre ich auch gerne Finchen.
    Ein absoluter Traum ist das erste Foto vom Mirror Lake.
    Meine Bedenken: hat die „Ernährungsumstellung“ sich bei euch bemerkbar gemacht?
    Bis bald, Gete/Anne

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