Vom Yosemite Nationalpark trennen wir uns schweren Herzens wieder und überqueren mittels nun geöffneten Tiogapass einen Teil der Sierra Nevada Richtung Osten. Unser Ziel heißt an diesem Tag: Alabama Hills. Auf dem Weg dorthin schauen wir uns noch den Goast Town Bodie an. Goast Towns sind kleine Städte in der Wüste, die in der Goldrauschzeit des 19. Jahrhunderts entstanden sind und in den 1940er Jahren wieder verlassen wurden. Die Häuser, Geschäfte und Kneipen sind genauso belassen worden, wie die Menschen sie vor knapp 80 Jahren verlassen haben. Auf dem weiteren Weg steuern wir Bishop an, dem weit und breit einzigen Ort, in dem es mehr als nur eine Tankstelle und einen Pub gibt. Hier ist gerade ganz schön was los. Denn es sind „Mule Days“ – laut eines Einheimischen „the biggest gathering of mules, horses und cows in the whole world“. Was das ganze soll, ist uns bisher noch nicht so ganz eingeleuchtet, außer dass es ziemlich voll ist, überall Pferdetransporter rumstehen und dicke Amerikaner sich mit Essen vollschlagen. Schnell wieder weg da. Aber stopp. Vorher noch einkaufen. Wir steuern einen Supermarkt an und sind uns sicher, dass wir uns in der Tür girrt und versehentlich in einem Großhandel für Restaurantbesitzer gelandet sind. Es gibt alles in Riesenpackungen für mindestens 10 Personen. Aber nein, unserer Umfrage bei den hier einkaufenden Einheimischen zufolge handelt es sich tatsächlich um einen ganz normalen amerikanischen Supermarkt. Nagut. Zum Glück verstecken sich zwischen den ganzen Riesenpackungen auch noch ein paar ganz normale Größen und wir können schließlich doch noch unseren Einkaufszettel abarbeiten. Weiter geht es in die Alabama Hills. Hier kann man wild auf der so genannten „Movie Road“, einem Fels Labyrinth mit Blick auf den schneebedekten Mount Whitney campen. Einfach wunderschön. Nach so einem langen Tag haben wir tierisch Hunger. Der Essensausschuss berät und entscheidet sich für Wraps mit Salat, Tomaten, Käse, Avocado und Hühnchenbrust aus der Dose (gibt es hier wie Tunfusch in der Dose) als Abendessen. Flo reicht sich dazu einen Wein. Leider kommt gerade, als das Essen angerichtet ist, ein Sturm auf und Salatbläter, Weingläser (die zum Glück aus Plastik sind) und Campingstühle fliegen Richtung Mount Whitney. Auch die Hühnchen bekommen wieder Flügel. Im Nachhinein sehr Lustig (man beachte den Weinfleck am Boden auf den Bildern vom nächsten Morgen), aber im Moment größten Hungers nicht gerade der guten Stimmung zuträglich. Letztendlich sammeln wir alles wieder ein und genießen unseren Wrap mit Rotwein gemütlich in unserem Auto, während es draußen stürmt. Am nächsten Morgen werden wir von strahlendem Sonnenschein mit leichter Brise geweckt und können ganz in Ruhe draußen frühstücken. Bis ein Bus mit 50 Asiaten vorfährt. Aber genauso schnell wie der Spuk gekommen ist, ist er auch wieder vorbei, da der Busfahrer schon wieder zum weiterfahren hupt, als noch nicht mal alle ausgestiegen sind. Nicht etwa die schöne Landschaft, sondern Commander Bill ist einer der Hauptattraktionen, denn in den USA sieht man kaum einen Camper, der kleiner ist als ein Kleintransporter. Nach der Asiatenbespaßung fahren wir weiter durch den Death Valley Nationalpark in Richtung Las Vegas. Wir sind uns nicht so sicher, ob wir diese Strecke fahren dürfen, denn laut Mietunterlagen ist vom 15. Mai bis 15. September eine Fahrt durch das Death Valley aufgrund der großen Hitze und der starken Steigungen verboten. Wir entscheiden uns für den halb legalen Weg und fahren durch den Death Valley Nationalpark, aber nur bis zum Sea Level, also nicht zum Punkt 86m unter NN. Genug Wasser, Benzin und Möhren haben wir im Gepäck. Schon auf Sea Level ist es extrem heiß. Ganze 105° Fahrenheit, das sind ca. 40 ° Celsius. Flo bewässert am Straßenrand eine etwas vertrocknet aussehende Palme, bevor sie verdurstet. Wir fragen uns, ob die überall erwähnte Behauptung stimmt, mann könne im Death Valley ein Ei auf der Motorhaube braten und entscheiden uns, es rauszufinden. Flo bewaffnet sich mit Ei und Pfannenwender und putzt vorher die Motorhaube, damit wir das Spiegelei auch hinterher noch essen können. Leider klappt es nicht, das Ei landet traurig auf dem Boden. 😦 So gibt es dann doch ein Käsesandwich zum MIttagessen. Nach gefühlt endloser Fahrt durch die Dürre erreichen wir Las Vegas – den Wahnsinn mitten in der Wüste. Was wir dort alles erleben, hört ihr in der nächsten Geschichte.















Liebes Finchen, Du schreibst sehr schön und wir können die spannende Reise richtig gut mitverfolgen. Danke! Macht Spaß! Viele Grüße Michael & Ulrike
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