Mission „Armleuchterkaktee“

Die Geschichte beginnt mit einer Dokumentation über den Saguaro Nationalpark in der Sonorawüste im Südwesten Arizonas (kurz vor der Grenze zu Mexiko) einige Monate vor unserer Abreise. Schon damals ist Simona von den Tier- und Pflanzenarten (unter anderem dem Saguaro, der Armleuchterkaktee) in diesem Park fasziniert.  Doch eigentlich ist der Park zu weit abseits von unserer Reiseroute. Dann lesen wir im Reiseführer, dass man Saguaros nur in der Sonorawüste findet und diese Ende Mai/Anfang Juni anfangen, zu blühen. Jetzt ist auch Flo angesteckt. Durch die fehlende Wanderung in den Grand Canyon haben wir zudem einen Tag „übrig“, sodass wir quasi gar nicht anders können, als doch den Umweg auf uns zu nehmen und den Saguaro-Nationalpark zu besuchen. Nicht nur den Umweg, sondern auch eine Temperatur von 115 Fahrenheit (das sind 46 Grad Celsius) im Schatten nehmen wir dafür auf uns. Wir haben das Ganze so geplant, dass wir nach 16 Uhr im Park ankommen (in der Hoffnung, es sei dann nicht mehr so heiß – Pustekuchen, bis zur Dämmerung gegen 19 Uhr bleiben es 111 Fahrenheit, das sind ca. 44 Grad). Es ist so heiß, dass man das Spülwasser gar nicht warm machen muss, man verbrennt sich schon so die Finger. Die Mittagshitze verbringen wir im klimatisierten „Wendys“, einem Fastfoodrestaurant, und testen Pommes und Chicken Nuggets.

Doch die Strapazen lohnen sich. Die Saguaros sind einfach beendruckend, viel größer als erwartet. Sie erreichen eine Größe von bis zu zwölf Metern Höhe und wiegen dabei etwa 8 Tonnen. Dazu müssen sie etwa 200 Jahre alt werden. Wir sind gefühlt die einzigen Besucher Park und fahren den „Bajada scenic loop“ im Westteil des Parks. Dabei steigen wir immer wieder aus und machen Fotos. Flo stellt sich sogar auf einen Stein und nimmt Simona auf die Schultern, die wiederum mich in die Nähe einer Kaktusblüte hält, sodass ich daran schnuppern kann. Auch im Sonnenuntergang sehen die Kakteen unglaublich schön aus, auch wenn leider kein Cowboy auf seinem Pferd zur Deko durchs Bild reitet und die Kakteen gar nicht so gleichmäßig (alle gerade, jeder zwei Arme) sind, wie immer dargestellt. Zum Übernachten suchen wir uns wieder ein dispersed Camping und nutzen aufgrund der Hitze mal unser Schlafzimmer in der zweiten Etage. Das ist – wenn man möchte – bis auf ein Fliegengitter rundherum komplett offen und man kann sich nachts die kühle Wüstenluft um die Nase wehen lassen. Am nächsten Morgen stehen wir schon um sechs Uhr auf und schauen uns noch den Ostteil des Parks an. Um 10 Uhr ist es schon wieder 38 Grad heiß, sodass wir beschließen, uns auf den Rückweg Richtung Küste zu machen. Nach 500km Fahrt und einer Dusche im Travel-Stopp am Highway übernachten wir an diesem Abend auf einem Nationalparkcampingplatz zwischen Felsen, Squirrels und Joshua Trees im wunderschönen aber leider auch viel zu warmen Joshua Tree Nationalpark, bevor wir am nächsten Tag noch einmal 300km bis zur Pazifikküste bei Los Angeles fahren.

2 Gedanken zu “Mission „Armleuchterkaktee“

  1. Ihr habt aber wirklich gute Foto-Motiv-Ideen, besonders schön fand ich das Bild mit den beiden Hut-Kakteen. Das Finchen-Schnupper-Bild hat bestimmt viel Kraft gekostet! Schöne Reiseberichte! Michael & Ulrike

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