Etosha Nationalpark

In Namibia ist es gerade Winter, das heißt es wird um 6 Uhr morgens Namibia-Zeit (5 Uhr deutsche Zeit) hell und um 18 Uhr Namibia-Zeit (17 Uhr deutsche Zeit) wieder dunkel. Da wir uns auf unseren Reisen bezüglich Aufstehen und Ins-Bett-gehen meist nach hell und dunkel richten, lassen wir unsere Uhr für die Psyche einfach auf deutscher Zeit stehen. So stehen wir wenigstens erst um 6 auf und nicht schon um 5. Morgens und Abends ist es mit ca. 15 °C recht kalt, zwischen 11 und 14 Uhr mit 30°C aber auch kurzzeitig ziemlich heiß.

Der Etosha Nationalpark liegt im Norden Namibias, ca. 400km nördlich von Windhoek und ist auf einer bequemen Teerstraße erreichbar. In Namibia herrscht Linksverkehr, aber das sollte nach 3 Monaten Australien für Simona und Flo ja kein Problem mehr sein. Trotzdem braucht es wieder eine kleine Phase der Eingewöhnung und an den ersten Kreuzungen wird kräftig die Scheibe gewischt statt geblinkt.

Der Nationalpark selbst besteht aus einer riesigen Salzpfanne mit einer Schotterstraße von West nach Ost. Zudem führen kleine Stichstraßen mit vielen Schlaglöchern. Es handelt sich um eine ziemlich staubige Angelegenheit. Die wenigen Sträucher der kargen Landschaft sehen aus wie in Mehl getaucht oder von Raureif überzogen. Wir fahren vom Parkeingang in die Mitte des Parks, wo wir für zwei Nächte einen Campingplatz im Halali-Camp gebucht haben. Auf dem Weg dorthin sehen wir schon viele Tiere: Zebraherden, Massen an großen und kleinen Antilopen, ein Elefant der sich mit Wasser nass spritzt, Giraffen und  ein Löwenmännchen (leider zu weit weg für ein gutes Foto). Ab und an gibt es eine Runde Mitleid für vorbeifahrende Safaribusse mit 20 eingesperrten Safaritouristen.

Der Reiseführer verspricht uns, man solle sich nur in den frühen Morgenstunden an ein Wasserloch setzen und warten – die Tiere kommen in Scharen vorbei. Gesagt, getan. Wir stehen am ersten Morgen im Park um 7:15 Uhr (6:15 Uhr Namibiazeit) am Tor des Camps und sind um 7:40 Uhr (bzw. 6:40 Uhr) am ersten Wasserloch. Eine Stunde vergeht, die nächste halbe Stunde vergeht. Es ist und bleibt tote Hose. BIs auf Vögel, ein paar Perlhühner und Getier mit Geweih (wie wir die zahlreichen Antilopenarten zusammenfassend nennen) kommt niemand vorbei. Wir sind etwas frustriert, das auch in den zwei Stunden Rumgefahre danach die Ausbeute eher gering ist. Belohnt werden wir jedoch am Abend, als am Wasserloch direkt an unserem Camp das „Rhinokino“ losgeht. Wir sind schon völlig aus dem Häuschen, als ein Nashorn kommt und trinkt. Kurze Zeit später kommt ein Zweites mit seinem Jungen und führt mit Nashorn Nummer eins ein ausgiebiges Kämpfchen vor, um das Kleine zu verteidigen. Schon ist die Frustration des Vormittags verflogen. Am nächsten Tag hat Flo es sich zum Ziel gemacht, einen Löwen aufzuspüren. Und tatsächlich entdeckt der Mann mit den Adleraugen drei ca. 1km entfernte Löwen in der Ferne. Wir verfolgen sie mit dem Fernglas und fahren in Ihre Richtung. Und tatsächlich: 20 Minuten später laufen sie direkt vor unserem Auto über den Weg. Das war Safari advanced. Das I-Tüpfelchen dieses letzten Tages bilden zwei am Wasserloch trinkende Giraffen sowie eine große Elefantenherde mit Jungen. Simona kriegt sich kaum ein vor Entzücken, wenn die Giraffen ihre Beine einklappen um an das Wasser am Boden zu kommen.

Schweren Herzens müssen wir uns vom Park verabschieden und fahren ins nahe gelegene „Onguma Game Reserve“, wo wir einen Campingplatz gebucht haben. Dieser fällt unerwartet luxuriös aus mit eigenem Küche-Bad-Häuschen. Trotzdem weist der nette Herr an der Rezeption uns sicherheitshalber darauf hin, dass es sich beim campeigenen Wasserloch nicht um ein „high-standard“-Wasserloch handelt, das heißt es werden höchstens Zebras oder Getier mit Geweih kommen. Damit können wir nach diesem tollen Safaritag gut leben. Den Rest des Tages Relaxen wir am Pool und nehmen Kontakt mit der Außenwelt auf. Denn eines haben wir auf unseren Reisen gelernt: auch in in die letzte Pampa kann man ein W-Lan-Kabel verlegen. 🙂 Nur ist das Internet hier etnweder gähnend langsam oder nicht Mac-kompatibel, sodass Blog-Hochladen eine ziemliche Herausforderung darstellt…

4 Gedanken zu “Etosha Nationalpark

  1. denkt mal, jetzt bin ich schon ein Stück durch Afrika gereist und habe große Tiere gesehen und dann waren da 2 Menschen nur als Schatten zu sehen!- wunderbar- das ist Euer Markenzeichen, tschüß, weiter so, Oma B.

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  2. Welch traumhafte Fotos!!! Ihr seid die reinsten Profis. Wünsche euch noch viele solcher Schnappschüsse auf eurer abenteuerlichen Reise, Gete

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