Dubrovnik – und es ist wirklich eine Perle!

Nachdem wir jede Kurve der „Adria magistrale“, also der kroatischen Küstenstraße, mitgenommen haben, landen wir ungefähr 800km nach unserer Ankunft in Kroatien in Dubrovnik. Wir entscheiden uns für einen Campingplatz etwas außerhalb der Stadt, sodass wir wieder mit dem Fahrrad in die Stadt radeln können. Wider erwarten ist der Campingplatz wunderschön ruhig auf einem Hügel gelegen und bietet viel Schatten durch Bäume. Das kann man in der dalmatinischen Hitze auch gebrauchen (obwohl es erst Mai ist, klettert das Thermometer jeden Tag bis auf über 30 Grad). Wir nutzen zuerst die Dusche und entspannen eine Runde im Schatten, dann schwingen wir uns auf’s Fahrrad und fahren ca. 6km in die Altstadt von Dubrovnik. Dubrovnik ist ähnlich hügelig wie Aachen, was die Einwohner aber im Gegensatz zu Aachen offensichlich davon abhält, das Fahrrad zu benutzen. Es mag auch am Fahrstil der restlichen Verkehrsteilnehmer sowie an den fehlenden Fahrradwegen liegen. Auf jeden Fall sind wir die einzigen Fahrradfahrer weit und breit. Um das Ganze einigermaßen unbeschadet zu überstehen, ziehen wir einen Helm an und fahren ausschließlich auf dem Bürgersteig. Wir kommen tatsächlich heil in der Stadt an. Wir schauen uns Dubrovnik von einem Wohngebiet über der Stadt aus von oben an und finden tatsächlich exakt die Stelle , an der das Titelbild des „Lonely Planet Kroatien“ gemacht wurde (die Zypressen sind mittlerweile etwas gewachsen ;-)). Simona findet einige hundert Meter auf einem Feldweg natürlich noch eine schönere Stelle. 🙂 Nachdem wir uns fotografisch ausgetobt haben, laufen wir in die Altstadt. Die Sonne ist mittlerweile untergegangen und es ist leicht dämmrig. Wir haben das Gefühl, wir haben uns mit dem Durchschritt des Pile-Tors in der Stadtmauer in eine Zeitreisemaschine gesetzt. Selten sind wir an so einem mystischen und zauberhaften Ort gewesen. Es hätte uns nicht gewundert, wenn Harry Potter mit seinem Nimbus 2000 plötzlich um die Ecke geflogen wäre. Die Stimmung in dieser Stadt innerhalb der Stadtmauern ist kaum in Worte oder Bilder zu fassen. Wir bummeln noch eine Weile über das spiegelglatte  und blitzblank geputze Marmorpflaster durch die Gassen, bevor wir uns noch ein leckeres Abendessen gönnen. Wir sind so begeistert, dass wir beschließen, unsere Zeitreise etwas auszudehnen und noch einen weiteren Tag in Dubrovnik zu bleiben. 

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, um in der Stadt zu sein, bevor die Kreuzfahrtouristen einfallen (was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: exakt an diesem Tag wird nur ein sehr kleines Schiff am Hafen anlegen). Wir machen einen 2km langen Rundgang über die komplette Stadtmauer, von wo aus man einen wundervollen Blick über die Altstadt und die Adria hat. Es gibt nur 3 Eingänge, an denen man die Mauer betreten kann. An jeder der vier Ecken thront eine mehr oder weniger große Festung. Zudem darf die nur 1m breite Stadtmauer nur gegen den Uhrzeigersinn „belaufen“ werden, damit es keine Zusammenstöße mit Selfiestickkonzentrierten Asiaten gibt. Auch ohne Kreuzfahrttouristen sind auch in früher Stunde schon einige Leute unterwegs. Wenn wir jetzt kurz in die entgegengesetzte Richtung abbiegen würden, wären wir die einzigen und ersten auf der ersten und höchsten Festung….Bonnie und Clyde schauen sich kurz an. Die Sache ist klar. Und der Moment zu zweit mit dem Blick über die terakottafarbenen Dächer Dubrovniks und die in der Morgensonne blau glitzernde Adria einmalig. Nach der Stadtmauer-Tour gönnen wir uns ein leckeres Frühstück und beobachten im Schatten des Hafens den Schiffsverkehr. Übrigens lesen wir bei Wikipedia, dass Clyde aufgrund eines abgehackten Zehs nur barfuß Autofahren konnte. Lustigerweise fährt Flo auf unseren Reisen immer barfuß, da er mit Flipflops nicht Auto fahren kann. Alle Zehen sind aber noch dran 🙂

Nachmittags machen wir eine ausgedehnte Siesta auf dem Campingplatz. Bonnie wird auf dem Weg zum nahe gelegenen Strand von einem Riesenkäfer attackiert und überlebt dies nur knapp. Abends lassen wir uns noch einmal durch die Gassen der Altstadt treiben und probieren kroatische Köstlichkeiten. Am nächsten Tag müssen wir Dubrovnik leider wieder verlassen. Der Weg hierher hat sich wirklich gelohnt! Von nun an geht es wieder die Küstenstraße entlang Richtung Norden. 

2 Gedanken zu “Dubrovnik – und es ist wirklich eine Perle!

  1. Vielen Dank fürs „Mitnehmen“ auf die Reise !!!!!!!!!!!!!!!!

    Herrlich zu hören, dass es auch für euch, in Europa
    so wunderschöne Orte zu entdecken gibt !!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Denn über Europa bin ich noch nicht hinausgekommen…….
    ……habe aber schon wunderwunderschöne Orte und vor allem auch wunderbare Menschen kennengelernt !!!!!!

    Euch beiden weiterhin tausende schöner Augenblicke und ein wunderbares MITEINANDER

    Herzlichste Grüße aus dem alten Gladbach…….die alte Walli

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu Nora Antwort abbrechen