Hochzeitstag über den Wolken

Es ist Samstag, der 31. August 2019 gegen 13:30 Uhr. Simona und Flo sitzen mit Struppel und mir am Flughafen in Düsseldorf und warten auf den Start des Airbus A380 nach Perth mit Umstieg in Dubai. Pünktlich zu ihrem ersten Hochzeitstag am 1. September werden die beiden Struppel und mich noch einmal in unsere Heimat begleiten. Diesmal wollen wir gemeinsam mit dem Camper durch den wilden Westen Australiens reisen. Der Flieger hebt 40 Minuten verspätet Richtung Dubai ab und Simona und Flo können im Landeanflug auf Dubai auf ihren ersten Hochzeitstag anstoßen. Nach kurzen Aufenthalt in den vereinigten arabischen Emiraten geht es um 2:45 Uhr Ortszeit weiter nach Perth, wo wir um 17:30 Uhr Ortszeit pünktlich landen. Hier herrschen für australische Verhältnisse mit ca. 20 Grad Außentemperatur am Tag fast schon arktische Temperaturen. Die Einreiseformalitäten gehen – wie wir es von Australien gewohnt sind – unkompliziert und freundlich von statten. Diesmal haben wir unser Visum auch rechtzeitig vorher beantragt. Zum Glück. Denn durch Flos Namenswechsel waren die australischen Behörden etwas durcheinander (sie hatten uns ja schon vom letzten Aufenthalt in ihrem System), letztlich durfte er aber doch mitfliegen. 🙂

Wir nehmen uns ein Taxi ins Hotel und fallen nach einem leckeren Abendessen im Restaurant totmüde ins Bett. Am nächsten Morgen nehmen uns zwei deutsche Reisende in unserem Alter , die wir am Abend zuvor im Hotel kennen gelernt haben, mit zur Camper-Vermietstation (beide planen, für über ein Jahr auf Reisen zu sein – wir sind schon etwas neidisch…). Dort angekommen warten schon einige Urlauber auf ihr Reisemobil, denn heute sind drei Mitarbeiter krank. Schnell zeigt sich die unterschiedliche Herangehensweise des deutschen Mitarbeiters (vor 9 Jahren nach Australien ausgewandert) und der australischen Mitarbeiterin mit dieser Situation. Letztere plaudert erst einmal ganz gemütlich und gut gelaunt mit uns, bevor sie sich den Formalitäten der Vermietung widmet. Unser deutscher Artgenosse rennt ganz nervös und hektisch im Laden herum, um trotz Krankheit seiner Kollegen alles möglichst zügig und im Zeitplan abzuarbeiten. Wir haben keine Eile und sind trotzdem eine dreiviertel Stunde später mit unserem Apollo-Wundermobil ausgestattet. Wir sind wirklich fasziniert von unserem neuen Gefährt(en). Es gibt eine kleine Küche, ganz viel Stauraum und man kann sogar stehen! (Simona sogar AUF dem Bett :-D)

Als erstes steuern wir ein Einkaufszentrum in der Nähe an, um uns einen Vorrat an Lebensmitteln anzulegen und eine australische Handykarte zu besorgen. Vodafone war beim letzten Mal nicht so der Renner und da das westaustralische Handynetz noch dünner ist, versuchen wir es auf mehrfache Empfehlung mit Telstra. Voll bepackt suchen wir uns nun einen Schlafplatz. In der Yanchep Lagoon, ca. 1 Stunde nördlich von Perth, werden wir fündig. Ein wunderbar einsamer und ruhiger Parkplatz hinter den Dünen direkt am Meer lädt geradezu zum übernachten ein. Bei Meeresrauschen schlafen wir ein…und sind um 1 Uhr nachts wieder hellwach. Mr. Jetlag hat zugeschlagen. 

Etwas müde machen wir uns am nächsten Morgen nach einem gemütlichen Frühstück auf den Weg nach Kalbarri, ca. 6 Fahrtstunden nördlich weiter nördlich. Kilometer für Kilometer auf dem Indian Ocean Drive wird es einsamer. Wenn uns ein Auto entgegenkommt, dann ist es ein „BCF-Ready-Australier“. BCF steht für Boating – Camping – Fishing, den essentiellen Freizeitaktivitäten des gemeinen Australiers. Das scheint in Westaustralien noch wichtiger zu sein als im Osten. Um BCF-Ready zu sein, braucht man ein möglichst geländegängiges Allradfahrzeug – möglichst mit Funkanlage und diversen Werkzeugen, um sich aus Sand, Schlamm oder sonstigen Umständen wieder zu befreien –  Angel und Boot auf dem Dach, um jederzeit und überall angeln gehen zu können, einen großen Kühlschrank für Bier und Grillfleisch auf der Ladefläche und etwas zum schlafen – wahlweise ein Dachzelt, ein geländegängiger Wohnanhänger oder ein wohnmobilartiger Aufbau auf der Ladefläche. Wir haben zwar ein Wundermobil, zum BCF-ready-sein fehlt aber noch die Funkanlage, das Boot und die Angel. Da wir uns also keinen Fisch fangen können, machen eine Tankpause und gönnen uns ein Eis. Kurz vor Kalbarri machen wir Stopp am „Pink Lake“. Dem Reiseführer nach färben bestimmte Meeresalgen den See Pink. Wir haben da aber eine andere Theorie, da wir am Seeufer einen Ableger der deutschen BASF entdeckt haben *hust*.

Kurz vor Sonnenuntergang finden wir kurz vor den Toren des Kalbarri Nationalparks einen wunderbaren Stellplatz umgeben von Kuh- und Schafweiden und mit Blick auf das Meer in der Ferne. Durch die fehlenden Häuser weit und breit ist der Sternenhimmel atemberaubend. Dieses Mal schlafen wir ungestört von Mr. Jetlag bis zum nächsten Morgen durch und sind gestärkt, um den Kalbarri Nationalpark zu erkunden.

Ein Gedanke zu “Hochzeitstag über den Wolken

  1. Hallo, Finchen und Struppel! Ihr wart aber schon ganz schön fleißig! Obwohl ihr im Urlaub seid! Diesmal dürft ihr ja wirklich mit einem sehr komfortablen Camper reisen. Eure neuen Hüte sind und sofort aufgefallen, spitze.
    Wir freuen uns sehr mit euch vieren und natürlich über jeden Bericht und jedes Foto von euch.
    Ganz liebe Grüße von uns in Neuwied, wie zwei

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