Kalbarri Nationalpark

Am ersten Tag im Kalbarri Nationalpark möchten wir den Küstenteil des Parks erkunden. Wir haben uns einen Wanderweg ausgesucht, die parallel zur Küste hoch auf den Klippen verläuft. Dort haben wir während der gesamten Wanderung einen atemberaubenden Ausblick bei angenehmen 21 Grad und Sonnenschein. Oben auf den Klippen ist es ganz schön windig. 

Während einer kleinen Wanderpause schmeißen sich mehrere Wale extra für uns durch das Wasser, damit es nicht zu langweilig wird 😉 Auf dem weiteren Weg wird Simona von einer Australischen Biene attackiert, überlebt es aber Dank Flos heroischer Rettung knapp. Nach so einer schönen Wanderung lassen wir den Tag (wieder mit Flip Flops an den Füßen) am Red Bluff Lookout ausklingen, wo in der untergehenden Sonne zwei Delphine durch das Wasser schwimmen. Abends gönnen wir uns in Kalbarri einen Campingplatz mit einer Dusche und nutzen den Grill, um uns mit Blick auf das Meer und die untergehende Sonne ein leckeres BBQ zu machen. 

Am nächsten Tag schauen wir uns noch die tägliche Pelikanfütterung in Kalbarri an und starten dann zu einer Wanderung im „Inland-Teil“ des Parks, der aus einem Fluss mit einer tiefen Schlucht besteht. Hier sieht es komplett anders aus als am Vortag. Da gerade Wildblumenblüte ist, ist der staubig rote Sandboden mit bunten Blümchen übersät. Wir haben Glück, dass es mit ca. 24 Grad am oberen Rand der Schlucht angenehm kühl ist. Im Sommer wird es hier oft über 40 Grad warm (im inneren der Schlucht am Fluss kann es dann noch 10 Grad wärmer sein). Bei den aktuell „kühleren“ Temperaturen wählen die meisten Australier ihren Kleidungsstil zumindest morgens und abends so aus, als würden sie jeden Moment zu einer Antarktisexpidition starten. 

Unsere 9km lange Wanderung startet mit einem 500m langen asphaltierten Fußsweg vom Parkplatz zum bekanntesten Aussichtspunkt des Parks, dem „Natures Window“. Auf den Fotos zeigt sich ziemlich eindeutig, warum es so heißt. Wir hätten das natürliche Fenster fast übersehen, da wir eine Schlange von Asiaten erwartet hätten, die der Reihe nach mit ihrem Selfie Stick posen. Aber – zu unserer Verwunderung – sind wir komplett allein. Kaum zu glauben. Die schönen Plätze teilen wir hier im Westen zwar nicht mit einer Horde Stechmücken oder Asiaten, dafür aber teilweise mit sehr lästige Fliegen, die sich in allen Körpervertiefungen und -öffnungen (Nase, Augen, Ohren,…) sehr wohl fühlen. Zu Glück sind sie weg, sobald es dunkel oder windig wird. Auf den weiteren 8,5km begegnen uns außer besagte Fliegen nur noch 5 weitere Menschen, obwohl es auch hier unglaublich schön ist.

Nach erfolgreicher Wanderung machen fahren wir schon ein Stückchen weiter Richtung Norden und schlafen in einer 24-Stunden-Rest Area am Highway 1, sozusagen der westaustralischen A1 von Nord nach Süd oder umgekehrt. Im Unterschied zur deutschen A1 kann man auf dem Highway 1 aber entspannt seine Jogamatte ausrollen. Die 24-Stunden-Rest Areas gibt es in regelmäßigen Abständen von etwa 100-200km. Es sind groß angelegte Parkplätze etwas abseits es Highways, die mit einem Plumpsklo, einem Dump point, Picknicktischen und natürlich einem Grill ausgestattet sind. Hier kann man für 24 Stunden kostenlos stehen. „Unsere“ Rest Area für diese Nacht ist gut besucht, aber sehr weitläufig und liegt sehr schön direkt am Fluss. Nachts ist es unfassbar ruhig und die Sterne funkeln im klaren Outbackhimmel. Am nächsten Morgen starten wir wunderbar ausgeschlafen nach einem gemütlichen Frühstück in Richtung Shark Bay.

5 Gedanken zu “Kalbarri Nationalpark

  1. Hallo ihr beiden,
    eure phantastischen Fotos sind genau das Richtige wenn man bei anhaltendem Wolkenbruch und knisterndem Feuer gegen eine November-Depression kämpft. 😉
    Das Natures Window ist ja ein Traum. Bei euren Erzählungen meint man in einem Reisetagebuch zu schmökern. Weiterhin eine traumhaft schöne Zeit. Liebe Grüße aus Nerdasch

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  2. eine tolle rote Stein, nein Felslanschaft und Flüsse, die zum Baden einladen, Simona, aber nicht hineinfallen, das könnte schmerzhaft sein. Freue mich auf den nächsten Bericht, liebe Grüße von mir

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  3. Ich freue mich wieder an eurer Reise teilnehmen zu können.
    Weiterhin gute Fahrt, schönes Wetter und nette Begegnungen.
    Liebe Grüße
    Charlotte

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  4. Es ist schön, ein wenig bei euch zu sein. Wunderschön sind eure Fotos und außergewöhnlich. Genießt all das Schöne weiterhin und lässt es euch gutgehen.
    Liebe Grüße aus Gladbach

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